Die Wiesenfest-Saison ist schon in vollem Gange. Morgen startet mit dem Selber Wiesenfest eines der größten in der Euroherz-Region. Heute gibt’s von Heimatminister Albert Füracker die lang ersehnte offizielle Auszeichnung als Immaterielles Kulturerbe. Er verleiht die Aufnahmeurkunde am Abend in Nürnberg. Für Heimatforscher Adrian Roßner ein wichtiger Schritt für den Erhalt dieser Tradition. Die stammt ursprünglich aus den Gregori-Festen. Der Namensgeber Gregor I. gilt als Schutzpatron von Kindern und Bildung. Dieser Grundgedanke hält sich bis heute bei den Wiesenfesten, sagt Roßner:
„Es ist ein Kinderfest – anders als beim Volksfest, wo es eher um die Gaudi geht oder auch ein Heimatfest – ist es bei den Wiesenfesten im Kern ganz elementar, dass es immer um die Kinder geht. Die Kinder ziehen mit dem Umzug durch die Straßen, sie führen an den Wiesenfestplätzen die Tänze auf, die sie extra dafür einstudieren, teilweise wurden ja auch extra Wiesenfestlieder noch gesungen oder sogar komponiert, jeweils mit einem lokalen Bezug.“
Schulen sind daher ein elementarer Bestandteil der Wiesenfeste, so Adrian Roßner. Die Wiesenfeste haben sich insbesondere in evangelisch geprägten Regionen wie den Landkreisen Hof und Wunsiedel etabliert – andernorts existieren immer noch Gregori-Feste in Oberfranken.