Radio Euroherz https://www.euroherz.de Hier schlägt unser Herz. Tue, 17 Mar 2026 04:20:25 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.9 Rot oder grün: Was unterscheidet die Münchner OB-Kandidaten? https://www.euroherz.de/rot-oder-gruen-was-unterscheidet-die-muenchner-ob-kandidaten-2004669/ Tue, 17 Mar 2026 04:15:05 +0000 urn:newsml:dpa.com:20090101:260317-930-826062 Dieter Reiter und sein Herausforderer Dominik Krause führen einen betont respektvollen Wahlkampf um das Amt des Münchner Oberbürgermeisters. Persönliche Angriffe gibt es nicht – abgesehen von der ein oder anderen kleinen Alters-Stichelei des 67-jährigen SPD-Amtsinhabers gegen seinen 35 Jahre alten Zweiten Bürgermeister. 

Das liegt auch daran, dass die beiden Männer, deren Parteien derzeit noch die aktuelle Rathaus-Koalition bilden, sich in vielem einig sind. «Wir geben uns sehr viel gegenseitig recht», sagte Reiter gerade erst im Radio-Duell mit dem Grünen Krause bei Radio Charivari. «Das zeigt, dass wir schon ein paar Jahre zusammengearbeitet haben.» 

Die seit Monaten verschwundene Eisbachwelle, beispielsweise, wollen beide Kandidaten nach eigenen Angaben so schnell und so unkompliziert wie möglich zurück. Auch was die Entwicklungsmöglichkeiten einer zunehmend verwaisten Innenstadt angeht, haben die beiden ähnliche Ansichten. 

«Eine extreme Politikveränderung in die eine oder andere Richtung» sei «bei keinem der beiden Kandidaten zu erwarten», sagt der Politologe und Experte für Kommunalpolitik an der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München, Martin Gross. 

Die Direktorin der Akademie für politische Bildung in Tutzing, Ursula Münch, sieht durchaus Unterschiede zwischen den Kandidaten. «In der Verkehrs- und der Wohnungspolitik» unterscheiden sie sich, sagt sie. «Durchaus auch in der Wirtschaftspolitik.»

Wohnen

«Ich will 50.000 neue bezahlbare Wohnungen schaffen», sagt Krause. Das will er auch damit schaffen, dass leerstehende Büroflächen umgewidmet werden, von denen es rund 1,8 Millionen Quadratmeter in der Stadt gibt. Er sieht darin die Möglichkeit, unter anderem Studentenwohnungen zu schaffen, die nicht mehr als 450 Euro Miete kosten. Dafür will er eine Umwandlungsagentur ins Leben rufen. 

Amtsinhaber Reiter sieht das kritisch. Investoren hätten kaum Interesse an derartigen Projekten, weil sie nicht sonderlich rentabel seien. 

Während Krause an den städtebaulichen Entwicklungsmaßnahmen (SEM) festhalten will, die Enteignungen als absolut letztes Mittel im Kampf um Baugrundstücke für neue Wohnungen am Münchner Stadtrand nicht ausschließen, lehnt Reiter die SEM inzwischen ab. 

Verkehr

Dass die Münchner S-Bahn so unzuverlässig fährt, nervt beide Kandidaten gleichermaßen. Daran kann ein Oberbürgermeister allerdings nicht viel ändern, Freistaat und Bund sind da vor allem gefragt. Die Ausweitung von Fußgängerzonen können sich auch beide vorstellen. 

Grünen-Kandidat Krause setzt vor allem auf den Ausbau des ÖPNV und von Radwegen. Reiter teilt das grundsätzlich, will aber auch die Autofahrer nicht vergessen wissen – vor allem den Lieferverkehr in der Stadt. Da brauche es genügend Parkplätze. 

Während der SPD-Amtsinhaber daran festhält, dass auch bei Tempo 50 an der vielbefahrenen Straße auf dem Mittleren Ring die Grenzwerte für Luftverschmutzung eingehalten werden, sieht das der Grüne Herausforderer kritisch und bevorzugt die vom Gericht zuletzt wieder – zumindest vorläufig – angeordnete Geschwindigkeitsbegrenzung auf Tempo 30. 

Im Streit um Mindestpreise für Uber-Fahrer stellt Krause sich klar an die Seite der Taxifahrer, die sich unfair behandelt fühlen. Reiter betont im zweiten Radio-Duell mit Krause auf Radio Gong, er wolle nun in zwei, drei Monaten über den Mindestpreis entscheiden, weil Uber sich in der Frage nicht bewege.

Koalition

Krause sprach sich dafür aus, im Falle eines Wahlsieges zuerst mit dem aktuellen Koalitionspartner, Reiters SPD, über eine Fortsetzung der Rathaus-Koalition zu sprechen. Aber auch eine Koalition mit der CSU schließt er nicht aus. 

Reiter hielt sich zuletzt im Radio-Duell bedeckt. Schon vor dem ersten Wahlgang am 8. März war auffällig gewesen, wie nah die CSU mit ihrem Spitzenkandidaten Clemens Baumgärtner an Reiter herangerückt war. Zuletzt schlossen die Christsozialen sich sogar im Stadtrat der Einschätzung der SPD an, Reiters umstrittene und inzwischen niedergelegte Ämter beim FC Bayern sollten nicht mehr vor der Wahl im Plenum thematisiert werden. 

Nachdem CSU-Mann Baumgärtner die Stichwahl mit 21,3 Prozent der Stimmen deutlich verpasst hat, spricht sich die Münchner Parteispitze inzwischen für Reiter aus – wahrscheinlich, wie Bayerns Ministerpräsident und CSU-Chef Markus Söder sagt, «einfach, weil für einen normalen CSU-ler der Sprung zu Grün doch viel zu weit wäre».

Führende CSU-Vertreter in München lobten Reiters «Pragmatismus». Er stehe der CSU in vielen wichtigen inhaltlichen Fragen näher als Krause. Sie nannten etwa die Verkehrs- und Wirtschaftspolitik. 

Die Wiesn

Mit nur zwei Schlägen ein Fass anzapfen, das können beide Kandidaten, haben das mehrfach öffentlich unter Beweis gestellt. Wer auch immer von beiden gewinnt – beim Wiesn-Anstich zum Start des Münchner Oktoberfests dürfte es diesbezüglich bei keinem der beiden eine böse Überraschung geben. 

Und auch bei ihrem Appell an die Wiesn-Wirte, den Bierpreis doch bitte nicht schon wieder zu erhöhen, sind sich Krause, der bei seinem Amtsantritt Schlagzeilen machte, weil er die Wiesn die «weltweit größte offene Drogenszene» genannt hatte, und Reiter einig. Unterschiede gibt es dagegen möglicherweise in der Frage, ob ein weiteres Münchner Bier auf dem Oktoberfest zugelassen wird. 

Die Grünen haben das in ihrem Wahlprogramm, Reiter hielt sich zu der Frage, ob die Giesinger Brauerei, die inzwischen offiziell das siebte Münchner Bier braut, zugelassen werden soll oder nicht, bislang bedeckt. Sein Parteikollege und Wiesn-Chef Christian Scharpf kritisierte zuletzt den Vorstoß der Brauerei, mit einem Bürgerbegehren einen Bürgerentscheid dazu zu erzwingen. 

Expertinnenfazit

«Amtsinhaber Dieter Reiter verkörpert die Kontinuität und das grundsätzliche „weiter so“ – sowohl in der Verkehrs-, der Wirtschafts- und der Wohnungspolitik. Das spricht die Wählerinnen und Wähler an, die insgesamt zufrieden mit ihrem Leben in der Stadt sind und die auch mit Blick auf die vielen sonstigen Umbrüche kein Interesse an möglicher Unsicherheit oder an möglichen negativen Signalen für die Wirtschaft haben», sagt Ursula Münch. 

«Krause setzt mehr als Reiter auf die Stärkung des ÖPNV und auf innerstädtische Maßnahmen zugunsten des Klimaschutzes. Mit Blick auf den angespannten Wohnungsmarkt setzt er auf die Entwicklungsgebiete im Norden Münchens und will eine große Zahl von Wohnungen bauen lassen.»

Quelle: dpa

 

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Welche Vorschläge gibt es für die Verfassungsschutzreform? https://www.euroherz.de/welche-vorschlaege-gibt-es-fuer-die-verfassungsschutzreform-2004642/ Tue, 17 Mar 2026 03:30:12 +0000 urn:newsml:dpa.com:20090101:260317-930-825987 Seit Wochen wird über die geplanten neuen Befugnisse für den Auslandsnachrichtendienst BND diskutiert, obgleich dazu öffentlich bislang noch kein Entwurf vorliegt. Auch das für die Aufklärung von Spionage, Sabotage und verfassungsfeindlichen Bestrebungen im Inland verantwortliche Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) soll zusätzliche Möglichkeiten erhalten. Was da geplant ist, zeichnet sich jetzt allmählich ab. 

Die wichtigsten Fragen und Antworten:

Warum soll das Nachrichtendienstrecht reformiert werden?

Das liegt einerseits daran, dass Deutschland vor allem seit Beginn des russischen Angriffskrieges in der Ukraine im Februar 2022 noch stärker ins Zielspektrum von Spionen und Saboteuren gerückt ist. Es geht aber etwa auch darum, mehr über die Finanzierung rechtsextremistischer Aktivitäten, die Rekrutierung islamistischer Attentäter und Planungen gewaltbereiter linksextremistischer Klein-Gruppen herauszufinden. 

Zudem verschwimmen in einigen Fällen die Grenzen zwischen Extremismus und Organisierter Kriminalität, beispielsweise wenn es um die Beschaffung von Waffen geht oder um von ausländischen Mächten gesteuerte Hackerangriffe. Das stellt für die Sicherheitsbehörden manchmal in der Praxis eine Herausforderung dar. Denn grundsätzlich gilt eine klare Trennung der Befugnisse von Nachrichtendienst – Aufklärung und Frühwarnsystem – und Polizei – Ermittlungen und Festnahmen. 

Was hat Schwarz-Rot vereinbart? 

Im Koalitionsvertrag von CDU, CSU und SPD heißt es: «Zur Stärkung unserer nationalen Souveränität und der operativen Fähigkeiten unserer Nachrichtendienste, und um mit der Leistungsfähigkeit relevanter europäischer Partnerdienste wieder Schritt zu halten, streben wir eine grundlegende verfassungskonforme, systematische Novellierung des Rechts der Nachrichtendienste des Bundes an, einschließlich der rechtlichen Rahmenbedingungen für einen effektiven und effizienten Datenaustausch zwischen den Diensten und anderen Behörden». Konkret sollen Übermittlungsbefugnisse ausgeweitet und Löschfristen überprüft werden. Dabei geht es einerseits darum, ab welcher Schwelle das BfV Informationen an die Polizei geben soll und wie lange personenbezogene Daten aufbewahrt werden. Einträge über bestimmte Personen müssen nach Ablauf gesetzlicher Fristen überprüft und gelöscht werden, damit eine radikale Vergangenheit Menschen nicht auf ewig anhängt. 

Um die geplante Ausweitung der Befugnisse auszubalancieren, haben die Koalitionäre – vor allem auf Drängen der SPD – vereinbart, für eine effektivere Kontrolle der Dienste zu sorgen, auch durch den Bundestag. Im geheim tagenden Parlamentarischen Kontrollgremium (PKGr) geben die Behördenleiter des BfV, des Bundesnachrichtendienstes und des Militärischen Abschirmdienstes (MAD) Auskunft zu relevanten Entwicklungen. Über alle heimlichen Eingriffe der Nachrichtendienste in die Privatsphäre von Bürgern – etwa durch das Mitlesen von E-Mails oder das Abhören von Telefonaten – entscheidet die G10-Kommission. Hauptauftrag des Gremiums ist es, zu prüfen, ob solche Maßnahmen im Einzelfall notwendig und rechtmäßig sind. 

Bekommt der Verfassungsschutz mehr Befugnisse?

Ja, das ist so vorgesehen. Einige Details müssen aber zwischen Union und SPD noch besprochen werden. Etwa wird überlegt, ob das BfV künftig gewisse Gefahren frühzeitiger unterbinden können soll. Der BfV-Präsident, Sinan Selen, spricht in diesem Zusammenhang gerne von «Disruption». An dem Grundsatz, dass eingriffsintensive Maßnahmen nur unter bestimmten Bedingungen angeordnet werden dürfen, wird aber festgehalten. 

Welche Informationen sollen zusätzlich geteilt werden?

Gerade in Zeiten hybrider Kriegsführung, wie sie die deutschen Sicherheitsbehörden aktuell vor allem von russischer Seite beobachten, können auch auf den ersten Blick harmlos wirkende Vorgänge, bei denen keine Gewalt ausgeübt wird, eine erhebliche Wirkung entfalten. Das gilt etwa für Desinformationskampagnen mit KI-generierten Videos oder für Sachbeschädigung mit dem Ziel der Wahlbeeinflussung, wie vor der Bundestagswahl 2025 als in mehreren Bundesländern Autos durch Bauschaum im Auspuff beschädigt wurden. Die mutmaßlich von Russland gesteuerte Aktion sollte wohl Menschen gegen Klimaschutzmaßnahmen und die Grünen aufbringen. Wenn der Verfassungsschutz Hinweise auf einen geplanten Terroranschlag oder andere schwere Straftat hat, darf er sie jetzt schon an die Polizei weitergeben. Künftig soll die Schwelle für die Informationsübermittlung gesenkt werden. 

Was meint Dobrindt mit «echter Geheimdienst»?

Bundesinnenminister Alexander Dobrindt betont, er wolle den Verfassungsschutz zu einem «echten Geheimdienst» machen. Der CSU-Politiker möchte, dass das BfV nicht nur Informationen sammelt, sondern auch operativ handelt.

Was sagt die Opposition dazu?

AfD und Linke sind nicht im Kontrollgremium, da ihre Kandidaten keine Mehrheit fanden. Konstantin von Notz (Grüne) ist aktuell als einziger Oppositionspolitiker PKGr-Mitglied. Er sagt: «Das Bundesamt für Verfassungsschutz kann kein Geheimdienst werden, sondern bleibt das analytische Frühwarnsystem der Demokratie.» Gleichzeitig betont er: «In sicherheitspolitisch rauen Zeiten kann man mit uns ausdrücklich auch über Befugniserweiterungen sprechen.» Diese müssten sich im Rahmen verfassungsrechtlicher Vorgaben bewegen und einhergehen mit einer Stärkung der Kontrolle, einschließlich einer Reform des PKGr-Gesetzes.

Quelle: dpa

 

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Sabotageplan für Russland? Drei Männer vor Gericht https://www.euroherz.de/sabotageplan-fuer-russland-drei-maenner-vor-gericht-2004621/ Tue, 17 Mar 2026 03:05:04 +0000 urn:newsml:dpa.com:20090101:260317-930-825939 Drei Männer sollen als Agenten im Auftrag Russlands Anschläge auf den Güterverkehr in Deutschland vorbereitet haben – am Dienstag (9.15 Uhr) startet nun unter hohen Sicherheitsvorkehrungen der Prozess gegen sie. Der Generalbundesanwalt wirft den Männern im Alter von 22, 25 und 30 Jahren Agententätigkeit und Verabredung zu Brandanschlägen im Auftrag eines russischen Nachrichtendienstes vor. 

Die Beschuldigten waren im Mai vergangenen Jahres in Köln, Konstanz und im Schweizer Kanton Thurgau festgenommen worden. Ermittlungen der Bundesanwaltschaft zufolge sollen sie Teil eines Sabotageplans gewesen sein, der auf Transportwege eines Paketdienstleisters abzielte.

Im Visier: Das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung

Nach Darstellung der Anklage verschickten die Männer im März 2025 über einen ukrainischen Postdienst zwei Pakete mit GPS-Trackern in Richtung Ukraine. Den Auftrag hierzu soll laut Generalbundesanwalt ein russischer Nachrichtendienst erteilt haben – über Mittelsmänner aus der ukrainischen Stadt Mariupol. Damit sollten Routen und Transportabläufe bei dem Paketdienstleister ausgeforscht werden. 

Im nächsten Schritt hätten die Angeklagten nach Angaben der Ermittler Pakete mit Brandsätzen verschicken sollen, die sich während des Transports entzünden. Solche Pakete sollten sich laut Bundesanwaltschaft «in Deutschland oder sonst auf dem Weg in nicht von Russland besetzte Teile der Ukraine entzünden und möglichst großen Schaden verursachen, um das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung zu beeinträchtigen». Die drei Männer hätten zugesagt, die Pakete zu verschicken, so der Vorwurf.

Fall in Leipzig

Der Fall erinnert an einen anderen von 2024 in Leipzig: Damals entzündete sich im DHL-Logistikzentrum ein Luftfrachtpaket -Sicherheitskreise gehen aus, dass es im Auftrag Russlands platziert war. Deutschland entging damals nach Einschätzung des Verfassungsschutzes nur knapp einem Flugzeugabsturz. Es sei einem Zufall zu verdanken, dass das Paket noch am Boden und nicht während des Fluges in Brand geraten sei, sagte der damalige Verfassungsschutz-Präsident Thomas Haldenwang. 

Staatsschutzverfahren in Stammheim

Den in Stuttgart Angeklagten wird nun vorgeworfen, sich zur schweren Brandstiftung verabredet zu haben und als Agenten zu Sabotagezwecken gearbeitet zu haben. Alle drei sitzen in Untersuchungshaft. Der Mann, der in der Schweiz festgenommen worden war, wurde im Dezember 2025 nach Deutschland ausgeliefert. Bis zu einem rechtskräftigen Urteil gilt die Unschuldsvermutung.

Der Prozess wird als Staatsschutzverfahren verhandelt. Bislang sind bis Ende September mehr als 30 Verhandlungstage im stark gesicherten Prozessgebäude in Stuttgart-Stammheim angesetzt.

Neue Methoden russischer Dienste

Nach Einschätzung des Bundesamts für Verfassungsschutz hat sich die Bedrohung durch russische Spionage, Sabotage und Desinformation seit dem Angriff Russlands auf die Ukraine deutlich verschärft. Eine Mischung staatlicher, staatlich gesteuerter sowie privater Akteure prägt demnach die nachrichtendienstliche Bedrohungslage durch Russland.

Beobachtet wird laut Verfassungsschutz zudem eine Strategie russischer Akteure, für Spionage- oder Sabotageaktionen Personen aus dem kleinkriminellen Milieu anzuwerben, die gegen Bezahlung Aufträge übernehmen. Hintergrund ist nach Einschätzung deutscher Sicherheitsbehörden, dass klassische Geheimdienstoperationen mit professionellen Spionen durch Sanktionen und die erhöhte Wachsamkeit westlicher Dienste schwieriger geworden sind.

Quelle: dpa

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Israel fliegt neue Angriffe auf Ziele in Teheran und Beirut https://www.euroherz.de/israel-fliegt-neue-angriffe-auf-ziele-in-teheran-und-beirut-2004612/ Tue, 17 Mar 2026 03:02:17 +0000 urn:newsml:dpa.com:20090101:260317-930-825929 Die israelische Luftwaffe fliegt nach eigenen Angaben große neue Angriffswellen auf Ziele im Iran und im Libanon. In der Hauptstadt Teheran werde Infrastruktur des iranischen «Terrorregimes» attackiert. Gleichzeitig gebe es Angriffe auf Einrichtungen der vom Iran unterstützten Terrororganisation Hisbollah in der libanesischen Hauptstadt Beirut, erklärte das Militär auf der Plattform X. Weitere Einzelheiten nannte die israelische Armee zunächst nicht. 

In Israel wiederum ertönten wegen iranischer Angriffe am frühen Dienstagmorgen mindestens zweimal Sirenen. Nach jeweils kurzer Zeit wurde der Raketenalarm wieder aufgehoben und Entwarnung gegeben. 

Die USA und Israel führen seit mehr als zwei Wochen Krieg gegen den Iran und haben in dem Land bereits Tausende Ziele aus der Luft angegriffen. Der Iran greift im Gegenzug sowohl Israel als auch mit den USA verbündete Golfstaaten mit Raketen und Drohnen an. 

Israel verstärkt Vorgehen gegen Hisbollah-Ziele

Israels Militär geht inzwischen auch massiv gegen die schiitische Hisbollah-Miliz im nördlichen Nachbarland Libanon vor. Der Einsatz begann infolge von Raketenangriffen aus dem Libanon und beschränkte sich zunächst auf Luftangriffe, inzwischen gibt es aber auch Einsätze am Boden. 

Ein Militärsprecher kündigte am Montagabend an, den Einsatz von Bodentruppen im Südlibanon auszuweiten. Die Armee mobilisiere weitere Reservisten, sagte Sprecher Effie Defrin. Gegenwärtig seien bereits mehr als 100.000 Reservesoldaten an allen Fronten im Einsatz. Im Libanon besteht die Sorge vor einer großangelegten Bodeninvasion Israels mit anschließender Besatzung im Süden des Landes.

Bundesregierung warnt vor Bodenoffensive 

Mehrere Staaten, darunter Deutschland, warnten Israel vor einer großen Bodenoffensive. «Eine signifikante israelische Bodenoffensive hätte verheerende humanitäre Folgen und könnte zu einem langwierigen Konflikt führen», teilten die Staats- und Regierungschefs Deutschlands, Frankreichs, Italiens, Kanadas und des Vereinigten Königreichs in einer Erklärung mit. «Dies gilt es abzuwenden. Die humanitäre Lage im Libanon einschließlich der anhaltenden Massenvertreibung ist bereits äußerst alarmierend.»

Durch die jüngste Eskalation des Konflikts sind im Libanon offiziellen Angaben zufolge mehr als eine Million Menschen vertrieben worden. Bisher seien rund 1.050.000 Vertriebene registriert worden, teilte die Katastrophenschutzeinheit der Regierung in Beirut mit. Rund 130.000 Menschen seien in Notunterkünften untergekommen. Das Gesundheitsministerium teilte mit, dass mehr als 880 Menschen durch israelische Angriffe getötet worden seien. 

Die Staats- und Regierungschefs verurteilten in ihrer Erklärung die Entscheidung der Hisbollah, sich Irans Angriffen auf Israel anzuschließen. «Die Angriffe der Hisbollah auf Israel und ihre gezielten Angriffe auf die Zivilbevölkerung müssen aufhören, die Hisbollah muss ihre Waffen niederlegen.» 

Neue iranische Angriffe auf Ziele in Golfstaaten

Der Iran griff in der Nacht auch erneut Ziele in den Vereinigten Arabischen Emiraten und in Saudi-Arabien an. Die Emirate schlossen wegen laufender Angriffe kurzzeitig ihren Luftraum. 

Die Behörden in Dubai erklärten, dass es sich bei dem Lärm, der in verschiedenen Stadtgebieten zu hören sei, um Abfangeinsätze der Luftabwehr handle. Das Verteidigungsministerium in Saudi-Arabien teilte mit, im Osten des Landes seien mehrere Drohnen abgefangen worden. 

Im Irak gab es unbestätigten Medienberichten zufolge neue Angriffe auf die US-Botschaft in Bagdad und einen US-Stützpunkt in der Nähe des Flughafens. 

Angriff auf Tanker im Golf von Oman

Unterdessen meldete die britische Behörde für Sicherheit der Handelsschifffahrt, ein Tanker sei vor der Küste des Emirats Fudschaira im Golf von Oman von einem unbekannten Geschoss getroffen worden. Es sei niemand verletzt worden. Das Schiff habe gut 40 Kilometer vor der Küste vor Anker gelegen, hieß es. 

Das kleine Emirat Fudschaira, das zu den Vereinigten Arabischen Emiraten gehört, liegt südlich der Straße von Hormus – einer strategisch bedeutsamen Meerenge, die den Zugang zum Persischen Golf bildet.

Quelle: dpa

 

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Audi-Personalvorstand: Kein zusätzlicher Stellenabbau https://www.euroherz.de/audi-personalvorstand-kein-zusaetzlicher-stellenabbau-2004576/ Tue, 17 Mar 2026 03:00:06 +0000 urn:newsml:dpa.com:20090101:260317-930-825848 Die Ingolstädter Volkswagen-Tochter Audi hat vor Bekanntgabe ihrer Jahreszahlen einen neuerlichen Personalabbau für die kommenden Jahre ausgeschlossen. «Es wird keinen weiteren Stellenabbau über die vereinbarten 7.500 Arbeitsplätze hinaus geben», sagte Personalvorstand Xavier Ros der «Augsburger Allgemeinen» mit Blick auf die bereits vergangenes Jahr verkündete Zahl. Und: «Die Beschäftigungsgarantie bis Ende 2033 gilt.»

Zudem stehe Audi zu seiner Zusage, den Stellenabbau ohne Entlassungen zu erreichen. «Keiner muss sich um seinen Arbeitsplatz sorgen», sagte Ros und versicherte: «Es gibt keine betriebsbedingten Kündigungen.»

Ein Großteil der geplanten Personaleinsparungen sei schon auf den Weg gebracht worden. Man habe vereinbart, dass bis Ende 2027 bereits bis zu 6.000 Stellen der insgesamt bis zu 7.500 abgebaut werden. «Wir befinden uns hier auf einem sehr guten Weg. Wir haben bereits 65 Prozent der bis zu 6.000 geplanten Personalanpassungen heute schon umgesetzt oder vertraglich fixiert. Entweder haben uns diese Mitarbeitenden schon verlassen oder Vereinbarungen getroffen, wann und wie sie ausscheiden», erklärte er.

Quelle: dpa

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SPD: Söder kann sich nicht aus Verantwortung stehlen https://www.euroherz.de/spd-soeder-kann-sich-nicht-aus-verantwortung-stehlen-2004591/ Tue, 17 Mar 2026 03:00:05 +0000 urn:newsml:dpa.com:20090101:260317-930-825842 Nach dem Bekanntwerden einer Zusammenarbeit zwischen der konservativen EVP mit der AfD und anderen Rechtsaußen-Parteien im Europaparlament nimmt die Bayern-SPD auch CSU-Chef Markus Söder ins Visier. Söder könne sich hier nicht einfach aus der Verantwortung stehlen, sagte die SPD-Landesvorsitzende Ronja Endres der Deutschen Presse-Agentur in München. «Manfred Weber ist der einflussreichste CSU-Politiker in Europa. Wenn unter seiner Führung im Europäischen Parlament Mehrheiten mit Anti-Demokraten gesucht werden, dann ist das auch ein Problem der CSU.»

Endres fügte hinzu: «Dass Markus Söder davon nichts gewusst haben will, überzeugt nicht.» Webers politischer Kurs im Europäischen Parlament sei seit langem sichtbar. «Wer die Brandmauer beschwört, muss auch dafür sorgen, dass sie eingehalten wird – gerade in der eigenen Partei», forderte sie.

dpa-Recherchen brachten Chatgruppe an die Öffentlichkeit

Hintergrund der Diskussion sind Recherchen der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Sie belegen, dass die konservative EVP-Fraktion jüngst gemeinsam mit dem rechten Flügel des Europaparlaments in einer Chatgruppe und bei einem persönlichen Treffen von Abgeordneten an einem Gesetzesvorschlag zur Verschärfung der Migrationspolitik arbeitete.

«Die Chatgruppen von Mitarbeitern kenne ich weder, noch habe ich sie genehmigt», ließ Weber sich von «Bild», «Frankfurter Allgemeiner Zeitung» und «Süddeutscher Zeitung» zitieren. Zu dem Treffen äußerte sich Weber in den Zeitungen nicht. Der EVP-Fraktion gehören aus Deutschland die Abgeordneten von CDU und CSU an.

Söder zeigte sich «irritiert»

Söder sagte am Montag: «Uns hat das auch alles sehr überrascht und auch irritiert und verstört.» Er verwies auf Webers Erklärung: «Er (Weber) selber hat nichts davon gewusst, beziehungsweise dies sind einzelne Mitarbeiter gewesen, und wir sind uns einig, dass es an der Grundsatzlinie bleibt.»

Zudem habe Weber ihm gesagt, «er würde es künftig abstellen und besser sozusagen bewerten und kontrollieren, dass so was nicht mehr stattfindet. Damit ist die Sache auch zunächst mal aus unserer Sicht abgeschlossen und auch okay.»

SPD fordert Aufklärung

Endres forderte aber eine vollständige Aufklärung. «Es muss jetzt transparent aufgearbeitet werden, wie es zu solchen Absprachen kommen konnte und welche Rolle die Führung der EVP-Fraktion dabei gespielt hat.» Sie richtete sich dabei an Weber persönlich: «Gerade wer eine der größten demokratischen Fraktionen Europas führt, trägt dafür besondere Verantwortung.»

Die bayerische SPD-Europaabgeordnete Maria Noichl kritisierte Weber scharf: «Seit den Europawahlen ist es gängige Praxis, dass die EVP sich unter seiner Führung Mehrheiten wahlweise bei Demokraten und wahlweise bei Anti-Demokraten sucht. Das ist sicher kein Versehen, sondern eine ganz bewusste Taktik, um seine Agenda notfalls auch auf Kosten der Demokratie durchzusetzen», sagte sie. «Damit macht er allen anderen deutlich: Wenn die Demokraten nicht so wollen wie er, dann macht er’s notfalls eben mit der AfD.»

Quelle: dpa

 

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Misslingt Timothée Chalamet sein Imagewandel? https://www.euroherz.de/misslingt-timothee-chalamet-sein-imagewandel-2004567/ Tue, 17 Mar 2026 02:33:04 +0000 urn:newsml:dpa.com:20090101:260317-930-825825 Hollywoods Goldjunge Timothée Chalamet hat den so begehrten Goldjungen Oscar schon wieder nicht gewonnen. Kritikerlob und ein Sieg bei den Golden Globes schienen den 30-Jährigen Anfang 2026 zum Favoriten auf den Oscar als bester Hauptdarsteller zu machen. Doch stattdessen eine Niederlage – und eine Debatte darüber, wie der einstige Indie-Liebling plötzlich zum umstrittenen Popkultur-Phänomen geworden ist.

Wie ist die Pleite zu erklären?

Die britische Rundfunkanstalt BBC fragte schon mehrere Tage vor der Oscar-Verleihung, ob der «Golden Boy» Hollywoods seinen Glanz verloren habe. Und die «Times» kommentierte jetzt fast hämisch nach dem verpassten Preis: «Chalamet hat drei Oscar-Nominierungen, drei Niederlagen. Nicht gerade das, was man von einem Mann erwarten würde, der sich selbst als den Besten seines Fachs bezeichnet.»

Man sehe hier eine Lektion in Demut, so die «Times», die Gründe seien offensichtlich: «Erstens: Wer ältere Oscar-Wähler ansprechen will, sollte sich vielleicht auf etwas anderes als virale Momente konzentrieren. Zweitens: Man sollte nicht so arrogant sein und sich für besser halten als Ballett und Oper.»

Der Hollywood-Star hatte sich Ende Februar in einer Gesprächsrunde mit seinem Kollegen Matthew McConaughey unter anderem über die Zukunft der Kinobranche und das Interesse von Zuschauern an Filmen ausgelassen. Chalamet sagte, dass er nicht in Bereichen wie Ballett oder Oper arbeiten wolle – «Dinge, bei denen man sagt, „Hey, erhaltet diese Sache am Leben, obwohl sich niemand mehr dafür interessiert“.» 

Warum eine sehr gängige Erklärung hakt

Zahlreiche Künstler reagierten empört, große Opernhäuser von der LA Opera bis zur Mailänder Scala, auch die Münchner und die Wiener Staatsoper setzten sich mit einer Mischung aus Witz und Kritik zur Wehr. Einige posteten Videos von vollen Sälen und luden Chalamet zum Opern-Besuch ein. Auch der deutsche Kulturstaatsminister Wolfram Weimer tat das: «Wer Ballett oder Oper nicht hautnah und live erlebt hat, kann auch mal daneben liegen.»

Tagelang sorgten Chalamets Äußerungen für Debatten, wurden ziemlich hochgekocht. Waren sie nicht einfach nur die Meinung eines typischen Mannes der Generation Z (Chalamet ist Jahrgang 1995)? Kollegin Jamie Lee Curtis nannte seine Worte jedenfalls «dumm», sagte aber auch: «Es tut mir leid, dass sie jetzt wohl ein Teil seines Vermächtnisses sein werden.» 

Den Opern-Shitstorm als Erklärung für Chalamets verpassten Oscar zu nehmen, wäre aber wohl zu kurzsichtig – denn die Kontroverse kochte erst Anfang März richtig hoch, als die Abstimmung der Academy-Mitglieder über die Preisträger gerade knapp gelaufen war. Der britische «Guardian» vermutete, womöglich sei die exzessive Werbekampagne für seinen Film zu viel gewesen oder Chalamet noch zu jung, um jetzt schon einen Oscar zu gewinnen.

Unbeliebter Imagewechsel

Vielleicht liegt es auch an einer längerfristigen Entwicklung des früheren Hollywood-Darlings. Über Monate hinweg hatte Chalamet sein öffentliches Image neu inszeniert: Er spielte während der Promotion zu «Marty Supreme» gezielt mit einer überheblichen, selbstbewussten Persona, verschmolz seine Starfigur mit der egozentrischen Filmfigur seines neuen Films und sprach offen davon, «einer der Großen» werden zu wollen. 

Viele interpretierten sein jüngstes Verhalten als Arroganz. Gleichzeitig beobachten Filmfans seine Neupositionierung weg vom sensiblen Arthouse-Darsteller, der schon mal im androgynen Glitzeroutfit auf den roten Teppich trat, hin zu einem provokant selbstbewussten Filmstar in Sportkleidung und mit Fransen-Kurzhaarschnitt, der stärker auf ein männliches Publikum zielt.

Schon drei Nominierungen mit 30 Jahren

Vor «Marty Supreme» war Chalamet bereits zweimal für einen Oscar nominiert: 2018 im Alter von 22 Jahren für seine Rolle in dem Coming-of-Age-Drama «Call Me By Your Name». Der Film von Luca Guadagnino erzählt von der sexuellen Selbstfindung eines Jugendlichen, der während eines Sommerurlaubs mit seinen Eltern in Italien für einen etwas älteren Mann schwärmt, der bei seinem intellektuellen Vater als Assistent anheuert.

Im vergangenen Jahr war Chalamet dann für seine Darstellung des Musikers Bob Dylan im Biopic «Like a Complete Unknown» für einen Oscar nominiert. Exzessiv lernte er Gitarre, für seinen neuen Film «Marty Supreme» nun das Tischtennisspielen – in beiden Filmen geht es um Männer, die besessen sind von ihren Leidenschaften und sich dabei wenig um andere Menschen scheren.

Bei den Oscars posierte Chalamet dieses Jahr über-cool mit Sonnenbrille und weißem Anzug, turtelte anschließend bei der Party des Magazins «Vanity Fair» mit seiner Partnerin Kylie Jenner. Dass Chalamet jetzt überhaupt Teil des Reality-TV-Clans der Kardashians ist, passt für manche früheren Fans nicht so richtig zum einstigen Image des Sensiblen, fast Schüchternen. 

Ende 2026 kommt Chalamet als Messias ins Kino

Doch Chalamet ist halt nicht mehr der, der er vor zehn Jahren zu sein schien. In seinem nächsten Film – «Dune: Part Three», der zu Weihnachten ins Kino kommen soll – spielt er übrigens den rücksichtslosen Paul Muad’Dib. Der ist zum Imperator aller Welten gekrönt und führt als Messias einen religiös motivierten Krieg im Universum, über den er vollends die Kontrolle verliert.

Quelle: dpa

 

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Eichstätter Ex-Bischof als Zeuge vor Gericht https://www.euroherz.de/eichstaetter-ex-bischof-als-zeuge-vor-gericht-2004540/ Tue, 17 Mar 2026 02:30:12 +0000 urn:newsml:dpa.com:20090101:260317-930-825791 Im Prozess um den Finanzskandal im katholischen Bistum Eichstätt wird ein prominenter Zeuge erwartet: Der emeritierte Bischof Gregor Maria Hanke soll vor dem Landgericht München II aussagen. 

In dem Verfahren geht es um rund 60 Millionen US-Dollar, spekulative Immobilieninvestments und Bestechung. Einem Immobilienentwickler wirft die Staatsanwaltschaft Untreue und Bestechung vor, dem früheren stellvertretenden Finanzdirektor Untreue und Bestechlichkeit. Er soll nicht oder nur unzureichend gesicherte Darlehen vergeben und dafür Beteiligungen und Bestechungsgelder angenommen haben. 

Zur Zeit der Vorfälle war Hanke Bischof des katholischen Bistums. Der 71-Jährige hatte Pfingsten vergangenen Jahres nach mehr als 18 Jahren im Amt überraschend seinen Rücktritt öffentlich gemacht. Seither nennt er sich Pater Gregor.

Quelle: dpa

 

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Trump deutet mögliche «Übernahme» Kubas an https://www.euroherz.de/trump-deutet-moegliche-uebernahme-kubas-an-2004519/ Tue, 17 Mar 2026 02:12:45 +0000 urn:newsml:dpa.com:20090101:260317-930-825749 US-Präsident Donald Trump hat eine mögliche «Übernahme» Kubas angedeutet und damit die Spannungen mit dem sozialistischen Nachbarstaat verschärft. Er glaube, dass er «die Ehre haben werde», Kuba «in irgendeiner Form zu übernehmen» oder zu «befreien», sagte der Republikaner vor Journalisten im Weißen Haus. «Ich kann alles damit machen, was ich will.» Konkreter wurde er nicht.

Trumps provokative Machtdemonstration am Montag fiel mit einem landesweiten Stromausfall in Kuba zusammen. Misswirtschaft, Korruption und das jahrzehntelange Handelsembargo der USA haben das autoritär regierte Land an den Rand des wirtschaftlichen Zusammenbruchs gebracht. Zuletzt waren die jahrzehntelangen Spannungen zwischen dem Karibikstaat und den USA, die etwa 30 Mal so viele Einwohner und um ein Vielfaches mehr Wirtschaftskraft haben, noch größer geworden.

«Sie haben kein Geld, sie haben kein Öl, sie haben gar nichts»

Trumps abschätzige Äußerungen über Kuba dürften bei der Führung in Havanna für Unmut sorgen: «Es ist ein gescheiterter Staat. Sie haben kein Geld, sie haben kein Öl, sie haben gar nichts», sagte der US-Präsident – um dann hinterherzuschieben: «Sie haben schönes Land.» Überhaupt sei Kuba «eine wunderschöne Insel».

Die nur etwa 150 Kilometer vom südöstlichen US-Bundesstaat Florida entfernte Karibikinsel wird von den USA schwer unter Druck gesetzt – insbesondere seit dem Beginn von Trumps zweiter Amtszeit vor gut einem Jahr. Mit Zolldrohungen gegen potenzielle Energielieferanten und einer vollständigen Blockade sanktionierter Öltanker aus dem südamerikanischen Bruderstaat Venezuela ließ er Kuba vom Zugang zu Öl weitgehend abschneiden. Für die Stromversorgung ist das Land aber auf den Rohstoff angewiesen.

Trotz der schwierigen Lage auf der Insel ist unklar, warum der US-Präsident meint, in Kuba leichtes Spiel zu haben. Das Land wird seit dem Sieg der Revolution 1959 autoritär regiert, die Kommunistische Partei kontrolliert Staat, Wirtschaft und Gesellschaft. Andere Parteien sind nicht zugelassen. Die meisten Bewohner kennen kein anderes Regierungssystem – die Unterstützung für einen von den USA initiierten Umsturz dürfte bei aller Kritik an der aktuellen Regierung eher gering ausfallen. 

Beziehungen seit langem lange angespannt

Die Beziehungen zwischen Havanna und Washington sind seit der sozialistischen Revolution unter der Linken-Ikone Fidel Castro vor fast 70 Jahren angespannt. Unter Trump übt die US-Regierung allerdings immer mehr Druck auf die Insel aus, vor allem seit der Festnahme des autoritären venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro im Januar, einem Verbündeten der Führung in Havanna. Mit dem Umsturz in Venezuela brach einer der wichtigsten Unterstützer und potentesten Öl-Lieferanten Kubas weg.

Zugleich führen Kuba und die USA miteinander formelle Gespräche, wie beide Seiten bestätigten. «Kubanische Vertreter haben kürzlich Gespräche mit Vertretern der US-Regierung geführt, um auf dem Wege des Dialogs nach einer möglichen Lösung für die zwischen beiden Ländern bestehenden bilateralen Differenzen zu suchen», sagte der Präsident des sozialistischen Landes, Miguel Díaz-Canel. Kürzlich hatte Trump gesagt: «Kuba befindet sich in den letzten Augenblicken seines bisherigen Bestehens. Es wird ein neues Leben beginnen.»

Marodes Stromnetz auf Kuba

Der wirtschaftliche Verfall in Kuba ist indes offenkundig. Am Montag fiel einmal mehr landesweit der Strom aus. Es werde nach der Ursache gesucht und an der Wiederherstellung der Stromversorgung gearbeitet, teilte das Energieministerium mit. Es war der erste inselweite Stromausfall seit Anfang des Jahres. Von einem Blackout vor knapp zwei Wochen waren etwa zwei Drittel des Karibikstaats betroffen.

In dem Land mit knapp zehn Millionen Einwohnern bricht das Elektrizitätsnetz immer wieder komplett zusammen. Große Teile der veralteten Infrastruktur sind in schlechtem Zustand. Kraftwerke gehen deshalb oft vom Netz und müssen notdürftig repariert werden. Stromausfälle gehören zum Alltag. Die Regierung führt die Krise auf das seit mehr als 60 Jahren bestehende Handelsembargo der USA zurück.

Quelle: dpa

 

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Taliban: Hunderte Tote bei Angriff auf Klinik in Kabul https://www.euroherz.de/taliban-hunderte-tote-bei-angriff-auf-klinik-in-kabul-2004498/ Tue, 17 Mar 2026 01:07:11 +0000 urn:newsml:dpa.com:20090101:260317-930-825730 Das pakistanische Militär hat erneut Ziele in der afghanischen Hauptstadt Kabul angegriffen. Bei dem Angriff auf eine Entzugsklinik für Drogenabhängige seien 400 Menschen getötet worden, etwa 250 weitere seien verletzt worden, schrieb der stellvertretende Taliban-Sprecher Hamdullah Fitrat auf der Plattform X. Pakistan wies die Darstellung zurück. Die Angaben beider Konfliktparteien ließen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen. 

Das pakistanische Informationsministerium erklärte auf X, es habe Angriffe auf militärische Einrichtungen, Infrastruktur zur Unterstützung von Terroristen sowie Ausrüstungs- und Munitionslager in Kabul sowie in der Provinz Nangarhar im Osten des Landes gegeben. Die Angriffe würden «präzise» durchgeführt, um Kollateralschäden zu vermeiden, hieß es. 

Die nach afghanischen Angaben in Kabul getroffene Klinik soll über 2.000 Betten verfügen. Der UN-Sonderberichterstatter für Menschenrechte in Afghanistan, Richard Bennett, zeigte sich in einem X-Post «bestürzt über jüngste Berichte über Luftangriffe Pakistans in Afghanistan und die daraus resultierenden zivilen Opfer».

Zivile Opfer in fast drei Wochen andauerndem Konflikt

Fernsehbilder des afghanischen Fernsehsenders Tolonews zeigten nach den Angriffen weiträumige Feuer- und Rauchsäulen und große Menschenmengen bei Bergungsarbeiten in zerstörten Anlagen. 

Erst vor wenigen Tagen hatte Pakistan Ziele in Afghanistan angegriffen. Bei Luftschlägen in Kabul gab es laut der UN-Hilfsmission in Afghanistan (Unama) Tote und Verletzte. Bis einschließlich vergangenen Freitag seien in dem Konflikt seit Ende Februar in Afghanistan mindestens 75 Zivilisten getötet und 193 verletzt worden, teilte Unama damals mit. 

Afghanistan wiederum hatte zuletzt auch Ziele in Pakistan angegriffen, etwa in der Hauptstadt Islamabad. 

Taliban: Keine Zeit für Diplomatie

Bereits im vergangenen Herbst war es zu gegenseitigen Angriffen gekommen. Ein nachhaltiger Frieden konnte bei verschiedenen Gesprächsrunden nicht erreicht werden. Pakistan wirft den in Kabul regierenden islamistischen Taliban vor, Terrorgruppen zu unterstützen. Die Taliban weisen die Vorwürfe zurück. 

Die jüngste Eskalation des Konflikts folgte auf pakistanische Luftangriffe am 22. Februar in zwei afghanischen Provinzen. Pakistans Verteidigungsminister Khawaja Muhammad Asif sprach Ende Februar von einem «offenen Krieg».

 

Zuletzt hatte China versucht, in dem Konflikt zu vermitteln. Auch die – militärisch unterlegenen – Taliban hatten auf einen Dialog gedrängt. Mit den neuerlichen Luftangriffen auf Kabul könnte sich das ändern. 

Der Sprecher der Taliban-Regierung, Sabiullah Mudschahid, sagte dem Sender Tolonews nach den jüngsten Angriffen auf Kabul, nun sei nicht die Zeit für Diplomatie. Afghanistan werde zurückschlagen, sagte er.

Quelle: dpa

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