Treffen von Filmstars

Von diesen Filmen schwärmt der Bundespräsident

08. Juli 2026 , 00:01 Uhr

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier spricht bei einem Sommerfest der Filmbranche über die besondere Kraft des Kinos – und erzählt, welcher Film ihn zuletzt bewegt hat.

Für Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (70) hat das Kino eine besondere Gabe. «Es lässt einen manchmal die Welt schärfer sehen, als wir im Alltag sie erleben», sagte Steinmeier am Dienstagabend in Berlin beim Fest der Produktionsallianz. In seiner Rede erwähnte er dann zwei Filme.

Zum einen sprach er darüber, wie sich ein Abend im Freiluftkino anfühlen kann. «Gespielt würde „Sommer vorm Balkon“ von Andreas Dresen. Und stellen wir uns vor, wir sinken ein in den Liegestuhl, der Himmel hinter der Leinwand ist gerade noch lavendelblau.»

Wer vor der Leinwand sitze, habe die Chance, sich in eine andere Welt tragen zu lassen. Und man begebe sich auf diese Reise nicht alleine. Im besten Fall komme man verändert zurück. «So ging es mir erst vor kurzem, als ich „Gelbe Briefe“ von İlker Çatak gesehen habe», sagte Steinmeier. Der Film gewann in diesem Jahr den Goldenen Bären der Berlinale.

«Mag weit entfernt scheinen, aber ist es nicht»

Das Politdrama handelt von einem türkischen Künstlerpaar, das vom Staat unter Druck gesetzt wird. «Die Geschichte mag weit entfernt erscheinen, aber sie ist es natürlich nicht», sagte Steinmeier. Denn heute schwinde an vielen Orten auf der Welt die sicher geglaubte Freiheit, gerate die Demokratie unter Druck. Çatak lasse einen diese Beklemmung spüren.

Zu dem Branchenfest am Tipi am Kanzleramt kamen etwa Schauspielerin Maria Furtwängler, Schauspieler Axel Prahl und Moderator Klaas Heufer-Umlauf. Der anfängliche Regen verzog sich bald. Steinmeier sprach auch über die Zukunft des Kinos. Filmemacher Alexander Kluge habe mal geschrieben, das Prinzip Kino sei unsterblich. «Ich würde gerne hinzufügen: Das Kino hoffentlich auch.»

Quelle: dpa

 

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