Die Verkehrsunfallstatistik für Oberfranken für das vergangene Jahr ist raus. Es gab etwa 30.000 Unfälle. Dazu Polizeivizepräsident Florian Mayer:
„Wir bewegen uns damit auf einem auch im Mehrjahresvergleich wirklich stabilen Niveau und wenn man das im Zusammenhang sieht mit der steigenden Anzahl an Zulassungen von Kraftfahrzeugen in Oberfranken, begreifen wir das als durchaus positiven Trend. Aber, und das gehört eben auch zur Wahrheit, es haben im letzten Jahr insgesamt 37 Menschen auf oberfränkischen Straßen ihr Leben verloren.“
Jeden zehnten Tag stirbt demnach im Schnitt ein Mensch auf oberfränkischen Straßen – am häufigsten in Autos und am häufigsten auf Landstraßen. Deswegen legt die Polizei in diesem Jahr ihren Schwerpunkt bei Präventionsprogrammen auch gezielt auf Landstraßen. Wieder Polizeivizepräsident Florian Mayer:
„Wir stellen fest, dass die meisten Menschen, die im letzten Jahr bei Verkehrsunfällen tödlich verletzt wurden, auf Landstraßen ihr Leben verloren haben und dort vor allem die Pkw-Fahrer bei Verkehrsunfällen getötet wurden. Deswegen wollen wir uns dem Thema Landstraßen ganz besonders widmen.“
Fast 70 Prozent der tödlichen Verkehrsunfälle sind außerorts passiert. Erst heute Morgen ist eine Frau auf der spiegelglatten Landstraße zwischen Bad Weißenstadt und Sparneck tödlich verunglückt.
Bei jedem dritten Verkehrsunfall ist „zu schnell“ die Hautursache. Sachbereichsleiterin Camilla Bäuerle:
„Was mir immer da ganz wichtig ist zu sagen ist, dass es da nicht um Raserunfälle geht, bei denen jemand innerorts mit 100 durch die Innenstadt rast und völlig rücksichtslos alles zusammenfährt, was nicht bei drei aufm Baum ist, sondern es geht auch darum, dass wenn schlechtes Wetter ist, ich auf der Landstraße vermeintlich alleine unterwegs bin und 100 km/h fahren dürfte, dass ich nicht unbedingt 100 km/h fahren sollte! Weil das Wetter schlecht ist, weil ich müde bin, weil ich gar weit genug sehen kann usw.“
Thema angepasste Geschwindigkeit. Viele wiegen sich in falscher Sicherheit, nur weil sie ja die offizielle Geschwindigkeitsbegrenzung einhalten, was aber nicht immer ausreicht, sagt Bäuerle weiter.
Die meisten Hauptunfallursachen in Oberfranken waren letztes Jahr zu wenig Sicherheitsabstand, Abbiegen, Wenden und missachtete Vorfahrt. Ein großes Grundproblem ist aber generell Ablenkung, sei es durch Smartphones oder die immer größeren Displays im Auto:
„Was da ein bisschen die Schwierigkeit ist, dass diese Unaufmerksamkeit sich zahlenmäßig nicht niederschlägt, weil das oftmals die Grundvoraussetzung für diese anderen Sachen ist. Ganz klar, wenn ich Auto fahre und ins Handy gucke, dann kann ich nicht gleichzeitig auf den Sicherheitsabstand zu meinem vorausfahrenden Fahrzeug schauen, dann kann ich nicht auf meinen Tacho schauen, bin ich jetzt gerade zu schnell, zu langsam, komme ich von der Fahrbahn ab und so weiter.“
So Camilla Bäuerle.