Konflikte

US-Unterhändler besuchen nach Iran-Gesprächen Flugzeugträger

07. Februar 2026 , 20:10 Uhr

Die USA verhandeln zwar wieder mit dem Iran, verweisen aber weiterhin auch auf ihre militärischen Optionen. Das zeigt auch ein Besuch zweier Schlüsselfiguren in Trumps Nahost-Politik beim US-Militär.

Einen Tag nach ihren Verhandlungen mit dem Iran im Oman haben der US-Sondergesandte Steve Witkoff und der Trump-Schwiegersohn Jared Kushner den in die Region verlegten Flugzeugträger «USS Abraham Lincoln» besucht. Sie hätten dort unter anderem Matrosen und Marineinfanteristen gedankt und Flugeinsätze verfolgt, teilte Witkoff auf der Plattform X mit. Er sei stolz darauf, an der Seite der Männer und Frauen zu stehen, die die Interessen der USA verteidigten, deren Gegner abschreckten und der Welt zeigten, wie amerikanische Entschlossenheit aussehe.

Der Besuch kann kurz nach dem Beginn neuer Verhandlungen unter Vermittlung des Omans als weiteres Signal der Amerikaner an den Iran verstanden werden, dass sie von ihren militärischen Drohungen nicht abrücken. Er erfolgte auf Einladung des Oberbefehlshabers der amerikanischen Streitkräfte in der Region, Admiral Brad Cooper, wie der US-Sender CNN unter Berufung auf einen hochrangigen US-Beamten berichtete. 

Cooper war bei den Gesprächen mit dem Iran am Freitag Teil der US-Delegation um Witkoff und Kushner. Der Iran sah schon darin den Versuch einer «Machtdemonstration», wie das Onlineportal Nur-News berichtete. «Das Einbringen der militärischen Komponente erhöht das Risiko und die Kosten der Verhandlungen; die Verantwortung dafür liegt bei den USA», hieß es in einem Bericht. Über den Besuch Kushners und Witkoffs auf dem Flugzeugträger waren nach CNN-Informationen sowohl der Oman als auch der Iran vorab informiert.

Trump hat mehrfach mit militärischem Eingreifen gedroht

Die USA hatten ihr militärische Präsenz in der Nähe des Irans zuletzt massiv aufgestockt und in dem Zuge auch den Flugzeugträger nach Nahost verlegt. Dieser wird von einem Atomreaktor angetrieben und transportiert normalerweise mehrere Tausend Soldaten sowie Dutzende Kampfflugzeuge und wird von Zerstörern der Marine begleitet. 

US-Präsident Donald Trump hatte der Führung in Teheran zuletzt mehrfach mit einem militärischen Eingreifen gedroht und dies unter anderem mit dem brutalen Vorgehen der Staatsgewalt gegen Demonstranten bei den jüngsten Massenprotesten begründet. Immer wieder macht er auch klar, dass ihm das umstrittene Atomprogramm des Irans ein Dorn im Auge ist.

Unterdessen will Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu voraussichtlich am Mittwoch in Washington mit Trump über die laufenden Gespräche mit dem Iran beraten. Das teilte Netanjahus Büro auf der Plattform X mit.

Quelle: dpa

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