Schule

Umfrage: 80 Prozent der Gymnasiallehrer nutzen KI

24. September 2026 , 16:11 Uhr

Künstliche Intelligenz ist auch an Bayerns Schulen praktisch flächendeckend im Einsatz. Eine Umfrage zeigt jetzt, wie viele Lehrer im Berufsalltag auf die Anwendungen zurückgreifen und warum.

Vier von fünf Lehrkräften an Bayerns Gymnasien und Beruflichen Oberschulen nutzen für ihre Arbeit Künstliche Intelligenz (KI). Dies geht aus einer Umfrage des Bayerischen Philologenverbandes (bpv) hervor. Der Verband hatte rund 16.000 aktive Lehrer angeschrieben, etwas mehr als 3.300 nahmen an der Umfrage teil.

Demnach nutzen 37 Prozent der Lehrer die KI-Anwendungen mehrmals pro Woche, 15 Prozent sogar täglich. Am häufigsten würden KI-Anwendungen zur Erstellung von Aufgaben eingesetzt (62 Prozent), gefolgt von der Unterrichts- und Stundenplanung sowie der Erstellung von Texten und Übersetzungen (jeweils 51 Prozent). Bilder und Videos erstellen 40 Prozent der Befragten mit Hilfe von KI. Knapp 40 Prozent der Lehrkräfte setzen den Angaben zufolge KI-Tools auch direkt im Unterricht mit Schülerinnen und Schülern ein. 

«Die Ergebnisse zeigen deutlich: Künstliche Intelligenz ist Teil des schulischen Alltags. Lehrkräfte nutzen KI verantwortungsvoll und zielgerichtet dort, wo sie pädagogisch sinnvoll ist oder zur Entlastung beiträgt», sagte der Vorsitzende des Verbandes, Michael Schwägerl.

Viele Lehrer nutzen KI zur Entlastung im Alltag 

Die Umfrage verdeutliche auch das Entlastungspotenzial der Technologie, hieß es weiter. 80 Prozent der KI-Nutzer bewerteten den Einsatz von KI als Arbeitserleichterung. «Lehrkräfte erleben täglich, dass KI Routineaufgaben erleichtern und Zeit für das Wesentliche schaffen kann: für die pädagogische Arbeit mit den Schülerinnen und Schülern. Diese Chancen müssen wir nutzen», betonte Schwägerl. Gleichzeitig dürfe KI professionelle pädagogische Entscheidungen nicht ersetzen, sondern müsse sie unterstützen.

Aus Sicht des bpv zeigen die Ergebnisse auch, dass die politischen und organisatorischen Rahmenbedingungen mit der rasanten Entwicklung Schritt halten müssen. Viele Lehrkräfte fühlten sich beim Einsatz von KI rechtlich weiterhin unsicher. «Die hohe Nutzungsquote zeigt die Offenheit der Lehrkräfte gegenüber neuen Technologien. Umso wichtiger ist es, sie nicht allein zu lassen. Wir brauchen verlässliche rechtliche Vorgaben, praxisnahe Fortbildungsangebote und ausreichende Zeitbudgets, damit Lehrkräfte ihre KI-Kompetenzen systematisch weiterentwickeln können. Fortbildung darf nicht ausschließlich in der Freizeit stattfinden», sagte Schwägerl.

Quelle: dpa

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