Folgen des Iran-Kriegs

Tschechien deckelt Spritpreise

07. April 2026 , 16:49 Uhr

Die Regierung in Prag will weitere Preissteigerungen mit einem ganzen Maßnahmenpaket verhindern. Davon profitieren auch deutsche Autofahrer, die zum Tanken über die Grenze fahren.

Angesichts der aktuellen Energiekrise infolge des Iran-Kriegs deckelt Tschechien die Spritpreise an den Tankstellen. Das Finanzministerium in Prag veröffentlichte erstmals zulässige Höchstpreise, die von Mittwoch an gelten. Sie liegen bei 43,15 Kronen (umgerechnet rund 1,76 Euro) je Liter Benzin und 49,59 Kronen (2,02 Euro) je Liter Diesel. Die Vorgaben sollen täglich aktualisiert werden. 

Ganzes Maßnahmenpaket 

Die Regierung in Prag hatte beschlossen, die Margen der Mineralölunternehmen zu begrenzen und die Verbrauchsteuer auf Dieselkraftstoff zu verringern. «Das Ziel dieses Maßnahmenpakets ist es, den Anstieg der allgemeinen Treibstoffpreise zu dämpfen und örtliche Preisextreme zu beseitigen», hieß es zur Begründung. Beobachtern zufolge dürfte sich dies insbesondere in der Hauptstadt Prag und entlang der Autobahnen auswirken, wo in der Regel die höchsten Preise gezahlt werden. 

Dichtes Tankstellen-Netz 

Tschechien verfügt über ein dichtes Tankstellen-Netz. Die größten Betreiber sind der polnische Orlen-Konzern und das ungarische Unternehmen Mol. Der Staatsbetrieb Cepro betreibt zudem 209 Tankstellen unter der Marke Eurooil und 75 unter der Marke Robin Oil. Wegen der vergleichsweise günstigen Spritpreise fahren in letzter Zeit viele Autofahrer aus dem deutschen Grenzgebiet für eine Tankfüllung über die Grenze. Dabei sind allerdings Zoll-, Steuer- und Gefahrgutrecht zu beachten.

Quelle: dpa

Das könnte Dich auch interessieren

28.04.2026 Daten aus Bayern: Im März wurde weniger getankt Preisbereinigt sanken die Umsätze der Tankstellen im Freistaat deutlich. Der Effekt könnte sich auch außerhalb Bayerns gezeigt haben. Aktuell steigen die Preise an den deutschen Zapfsäulen. 22.04.2026 Wo die hohen Spritpreise in Bayern besonders wehtun In manchen Regionen gibt es pro Einwohner sehr viel mehr Autos als in anderen. Der Abstand zwischen Stadt und Land ist groß. 13.04.2026 Aiwanger kritisiert Berliner Spritpreis-Kompromiss Die Spritpreise sollen um 17 Cent gesenkt werden. Das hat CSU-Chef Söder mit den Spitzen der Koalition in Berlin vereinbart. In seiner eigenen Regierung in Bayern kommt das aber nicht so gut an. 29.04.2026 Sprit, Prämien, öffentlicher Dienst – was sich im Mai ändert Alles neu macht der Mai. Für Millionen Beschäftigte gibt es mehr Geld und für Autofahrer kommt eine Entlastung an der Tanksäule.