Fußball-Bundesliga

Tränen zum Abschied: Schiri Aytekin geht tief bewegt

17. Mai 2026 , 09:15 Uhr

Deniz Aytekin zeigt bei seinem letzten Bundesliga-Einsatz als Schiedsrichter große Emotionen. Ein anderer Referee sieht zum Karriereende Rot.

Deniz Aytekin schämte sich nicht für seine Tränen. Immer wieder wischte sich der Schiedsrichter vor und nach seinem letzten Einsatz in der Fußball-Bundesliga die feuchten Augen, tief bewegt genoss er die finalen Momente seiner Laufbahn. «Wahnsinn, dass es noch mal so emotional wird und diese Achterbahnfahrt», sagte der 47-Jährige, als er sein Abschiedsspiel beim 5:1 des FC Bayern gegen den 1. FC Köln hinter sich gebracht hatte. «Der Rahmen war unglaublich und ich bin so dankbar, dass es jetzt so zu Ende geht», erklärte Aytekin.

Mit seiner Familie im Stadion konnte und wollte der Top-Referee die Emotionen nicht unterdrücken. Er sei sehr berührt von der Wertschätzung, die er auf den letzten Metern seiner Karriere noch einmal erfahren habe. «Das ist unglaublich, was Menschen mir schreiben über Instagram, über alle möglichen Kanäle», sagte Aytekin. Auch vor laufenden Fernsehkameras weinte Aytekin an diesem Tag. Aus Altersgründen verabschiedet er sich in die Schiri-Rente. 

«Jetzt reicht’s dann auch»

«Es ist genau der richtige Zeitpunkt. Weil ich mich wirklich wie so ein Marathonläufer auf den letzten 500 Metern fühle, und eigentlich war ich schon am Boden zum Krabbeln. Jetzt reicht’s dann auch», sagte Aytekin. Er wolle die Energie seines emotionalen Abschieds mit in den Ruhestand nehmen. «Ich hoffe, dass ich das jetzt so für mich ja noch lange Jahre bewahren kann, weil der Fußball mir sehr viel gegeben hat und die Menschen werden mir fehlen, tatsächlich», sagte der gebürtige Nürnberger.

Seit 2008 war Aytekin Bundesliga-Schiedsrichter, brachte es auf mehr als 250 Einsätze im Oberhaus. Dreimal wurde er als DFB-Schiedsrichter des Jahres ausgezeichnet. «Ich habe versucht, meinen Beitrag zu leisten. Jetzt ist es vorbei und es ist auch gut so», sagte Aytekin.

Union-Kapitän zeigt Schiri Ittrich Rot

Auch die Referees Patrick Ittrich, Tobias Welz und Frank Willenborg beendeten am letzten Spieltag ihre Karrieren. Für Ittrich war das 4:0 des 1. FC Union Berlin gegen den FC Augsburg der 94. und letzte Bundesliga-Einsatz. Der 47-Jährige weinte ebenfalls nach Abpfiff, bevor er beim Gang in die Kabine eine kurze La Ola startete und Autogramme schrieb. 

Er sei total überwältigt, gestand Ittrich. «Ich bin eigentlich kein Heuler, aber: Kommt das mit dem Alter?», fragte der Hamburger. Kurz nach dem Schlusspfiff war der zuvor ausgewechselte Union-Kapitän Christopher Trimmel auf den Platz geeilt und hatte Ittrich mit einem Grinsen eine Rote Karte gezeigt.

Verziert war diese mit einer kleinen Nachricht und einem Autogramm von Trimmel. «Ich habe ihm gesagt, er kann es gern aufheben. Er kann es aber auch wegschmeißen, was immer er möchte. Jetzt gehen wir aber erstmal was trinken», sagte Trimmel bei Sky.

Quelle: dpa

 

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