Extreme Hitze kann einer Studie zufolge Hummeln in ihrer Entwicklung schädigen und deren Lebensdauer verkürzen. Wenn die Zahl der Hummeln zurückgehe, könne das weitreichende Folgen für das Ökosystem haben, teilten die Forschenden der Universität Regensburg mit. Hummeln sind demnach wichtige Bestäuber für viele Wild- und Nutzpflanzen und tragen so zur biologischen Vielfalt und Lebensmittelproduktion bei.
Für die in der Fachzeitschrift «Communications Biology» veröffentlichten Studie hatten die Forschenden um Christoph Kurze im Labor untersucht, welche Auswirkungen Hitzestress auf die Entwicklung der Dunklen Erdhummel (Bombus terrestris) hat. Diese Art gehört dem Naturschutzbund Deutschland zufolge zu den häufigsten Hummeln hierzulande und wird auch als Bestäuber im Obst- und Gemüseanbau eingesetzt.
Dafür zog das Forschungsteam Larven und Puppen im Labor auf, um Intensität und Dauer des Hitzestresses präzise kontrollieren zu können – vergleichbar mit Temperaturen an extrem heißen Sommertagen. Dabei stieg die Temperatur alle zwölf Stunden auf Höchstwerte von tagsüber bis zu 38 Grad. Die Folge: eine Sterblichkeit der Puppen von bis zu 30 Prozent und Entwicklungsschäden, die das Sterberisiko erwachsener Hummeln verdoppeln und die Lebensdauer signifikant verkürzen, hieß es von Forschungsleiter Kurze.
Außerdem wiesen die Hummeln vermehrt Deformationen wie verkrüppelte Flügel und Antennen auf. Die Hitze scheine den Gewebeumbau der Puppe massiv zu beeinträchtigen, folgerte Kurze. «Somit sind betroffene Hummeln neben einer verkürzten Lebenserwartung in extremen Fällen beispielsweise flugunfähig oder ihr Geruchssinn möglicherweise beeinträchtigt, was den Sammelerfolg oder das Erkennen von Nestgenossen mindert.»
Die Forschenden gehen davon aus, dass extremer Hitzestress bei im Boden nistenden Arten wie den Erdhummeln eher unrealistisch ist. Davon betroffen könnten aber oberirdisch nistende Arten sein wie die Ackerhummel und Hummelvölker, die für die Bestäubung in Gewächshäusern eingesetzt würden.
Quelle: dpa