Rückfällig geworden

Sexualstraftäter soll im Hafturlaub Kinder missbraucht haben

02. Oktober 2026 , 12:05 Uhr

Der Verdächtige sollte eigentlich auf seine Entlassung vorbereitet werden. Erst kürzlich war es beim Freigang eines Mörders in Niedersachsen ebenfalls zu einem Zwischenfall gekommen.

Im Hafturlaub soll ein Sexualstraftäter aus Niedersachsen rückfällig geworden sein und mehrere Kinder missbraucht haben. Es sei zu schweren sexuellen Übergriffen gekommen, teilte das niedersächsische Justizministerium mit. Nachdem der 23-Jährige im Juli 2025 in Bayern festgenommen wurde, hat die Staatsanwaltschaft Aschaffenburg nun Anklage am dortigen Landgericht eingereicht, wie die Ermittler bestätigten.

Bisher ist bekannt, dass der Verdächtige seit April 2021 wegen vergleichbarer Taten eine knapp fünfeinhalb Jahre lange Haftstrafe in der Jugendanstalt im niedersächsischen Hameln absaß. Nach Angaben des niedersächsischen Justizministeriums wurde er dort auch therapiert. Zuvor hatte die «Bild» berichtet.

Mehrere Freigänge vor Hafturlaub

Vor dem Hafturlaub soll er bereits mehrere unbegleitete Ausgänge gehabt haben. Zwischenzeitlich seien diese ausgesetzt worden, weil er einen Ausgang dazu genutzt haben soll, mit seinem Handy nach frei zugänglichen Bildern zu suchen. Diese seien nach Angaben des niedersächsischen Justizministeriums möglicherweise geeignet gewesen, eine sexuelle Erregung hervorzurufen. Der Rückfall sei therapeutisch aufgearbeitet worden. 

Zur Vorbereitung auf die Haftentlassung sei dann auch ein Hafturlaub gewährt worden. Dabei soll der 23-Jährige Kontakt zu mehreren minderjährigen Kindern gehabt haben. Er wurde noch während des Hafturlaubs wieder festgenommen und befindet sich seitdem wieder in Haft. Der Fall wird nach Ministeriumsangaben aus Niedersachsen derzeit aufgearbeitet.

Ab August U-Haft in Bayern

Nach Ende seiner bisherigen Haftzeit in Niedersachsen soll der Gefangene Anfang August nach Bayern verlegt werden. Dort soll er für die neuen Vorwürfe direkt wieder in Untersuchungshaft genommen werden.

Erst kürzlich war in Niedersachsen ein verurteilter Mörder bei einem begleiteten Freigang in Peine geflohen. Der Mann habe mit einem JVA-Mitarbeiter seine Mutter besucht. Nach Angaben des Justizministeriums war es der 38. Begleitausgang des Strafgefangenen seit September 2023. Die vorherigen 37 Ausgänge seien beanstandungslos verlaufen. Einen Tag nach der Flucht wurde er bei einem Verkehrsunfall in Italien festgenommen.

Quelle: dpa

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