Am Samstagnachmittag hat ein Täter im polnischen Krakau aus einem Auto geschossen und sechs Menschen getötet. Mindestens 15 Personen wurden verletzt, viele schwebten in Lebensgefahr. Was bislang bekannt ist.
Was wir wissen
- Gegen 15.00 Uhr begann ein Mann, aus einem Auto heraus auf zufällige Personen zu schießen.
- Die Schüsse fielen im Zentrum Krakaus, auf dem Großen Ring, dem Hauptplatz.
- Nach Angaben der Polizei wurden vier Frauen und zwei Männer getötet.
- Die Woiwodschaft Kleinpolen nannte mindestens 15 Verletzte, darunter 12 in kritischem oder lebensgefährlichen Zustand. Laut Feuerwehr sind Polizisten unter den Verletzten.
- Der mutmaßliche Täter wurde laut Polizei von Beamten angeschossen und in ein Krankenhaus gebracht. Die Nachrichtenagentur PAP berichtete unter Berufung auf einen Fotoreporter, dass er auf seiner Flucht an einer Kreuzung mit einem anderen Auto zusammengestoßen sei. Er sei daraufhin aus seinem Fahrzeug gesprungen und habe auf die Einsatzkräfte geschossen. Diese hätten das Feuer erwidert.
- Die Polizei geht von einem Einzeltäter aus und dementiert Berichte über eine Fahndung nach einem möglichen zweiten Täter.
- Der mutmaßliche Täter ist laut Polizei polnischer Staatsbürger, 25 Jahre alt und stammt aus der Woiwodschaft Heiligkreuz im Südosten des Landes.
- Im Auto des mutmaßlichen Schützen wurden zahlreiche Waffen sowie Munition gefunden. «Der Mann trug militärähnliche Kleidung und benutzte eine Langwaffe militärischer Bauart, möglicherweise ein halbautomatisches Sturmgewehr vom Typ AR-15», sagte eine Polizeisprecherin dem Sender TVN24.
- Augenzeugen berichteten von «großem Chaos» am Tatort.
Was wir nicht wissen
- Zu den Hintergründen und möglichen Motiven der Tat war zunächst nichts bekannt. Die Polizei untersucht die Hintergründe und alle Umstände des Vorfalls.
- Der mutmaßliche Schütze von Krakau soll nach ersten Erkenntnissen «sehr radikale Ansichten» vertreten haben. Der polnische Innenminister Marcin Kierwinski sagte, es gebe Anzeichen dafür, dass er von rechtsextremistischen Ideologien fasziniert gewesen sei, auch wenn dies noch näher überprüft werden müsse.
- Zur Identität des mutmaßlichen Täters machten die Behörden keine näheren Angaben. Bekannt sind nur die polnische Staatsangehörigkeit, das Alter und ein Wohnort im Südosten des Landes.
- Die Angabe der Verletzten ist eine vorläufige Zahl. Eine endgültige Zahl liegt nicht vor.
Quelle: dpa