Reptilien-Schicksal

Schrebergarten-Krokodil hat neues Zuhause und Partnerin

16. April 2026 , 13:08 Uhr

Jahrelang wurde ein Beulenkrokodilmännchen privat in einem Thüringer Schrebergarten gehalten. Sein Schicksal machte 2025 Schlagzeilen – nun gibt es wohl ein Happy End für das Reptil in Wien.

Artgerechtere Bedingungen und vor allem eine Begleiterin: Das neue Zuhause im Tiergarten Schönbrunn in Wien birgt neue Annehmlichkeiten für das im vergangenen Jahr in einer Gartensiedlung bei Nordhausen (Thüringen) beschlagnahmte Beulenkrokodil. Als neuester Bewohner des Zoos beeindrucke das Reptil mit mehr als 2,3 Meter Länge und knapp 70 spitzen Zähnen, teilte der Tiergarten in Österreichs Hauptstadt mit.

«Wir sind unglaublich froh, dass wir für das Tier im Tiergarten Schönbrunn einen Platz gefunden haben, wo es artgerecht leben kann und große Expertise in der Pflege dieser Reptilien besteht», sagte Markus Baur, Leiter der Auffangstation für Reptilien in München. 

Jahrelang im Schrebergarten gehalten

In der Station in Bayerns Landeshauptstadt war das inzwischen 30 Jahre alte Krokodil zunächst untergekommen, nachdem das Veterinäramt im Mai 2025 die Privathaltung in Nordhausen aufgelöst hatte. Dort lebte das stattliche Tier nebst etlicher ebenfalls beschlagnahmter teils meterlangen Würge- und Giftschlangen. Der Eigentümer hatte laut damaliger Mitteilung der Stadt trotz vorheriger Aufforderung die Haltebedingungen für die Tiere nicht verbessert.

In Wien hat der Kaltblüter nun nicht nur ein komfortableres Zuhause, sondern auch eine Partnerin. Denn das dortige Weibchen war allein, nachdem das alte Männchen im vorigen September gestorben war.

Gemeinsame Tauchgänge und sogar Paarungsversuche

Zunächst sei das Krokodil nach seiner Ankunft in Wien Anfang April vom Weibchen getrennt untergebracht gewesen. «In der Zeit konnten die Tiere bereits Kontakt miteinander aufnehmen, sich sehen und riechen und miteinander kommunizieren», erklärte Tierpark-Kurator Anton Weissenbacher. 

Die Zusammenführung sei dann gut verlaufen: «Sie tauchten sofort gemeinsam ab, unternahmen sogar erste Paarungsversuche und liegen seither sowohl an Land als auch im Wasser gerne eng beieinander.» Tierpark-Sprecherin Johanna Bukovsky ergänzte: «Das ist auch ganz herzig, wie sie zusammen unterwegs sind.»

Beulenkrokodile nicht mehr gefährdet

Beulenkrokodile seien nur in wenigen zoologischen Gärten zu finden, erklärte Tiergartendirektor Stephan Hering-Hagenbeck. «Für den Fortbestand der Zoopopulation ist dieses Paar genetisch besonders wertvoll.» In ihren Verbreitungsgebieten in der freien Wildbahn im Süden Mexikos, in Guatemala und Belize seien die Tiere ihres Leders wegen vor 40 Jahren fast ausgerottet worden. Durch später ausgewilderte Nachzüchtungen in Zoos gelte die Art inzwischen nicht mehr als gefährdet.

Was macht der Kroko-Speck?

In München war das Übergewicht des Krokodils Thema. Tatsächlich sei das Tier noch immer «gut genährt», sagte Bukovsky. Es sei von München aus in einem guten gesundheitlichen Zustand nach Wien gekommen.

Quelle: dpa

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