Natur

Regen gibt Schwammerlsuchern Hoffnung

11. Oktober 2026 , 05:15 Uhr

Der trockene und heiße Sommer sorgte für einen schwierigen Start in die Schwammerlsaison. Der Regen dieser Tage könnte Pilzsammlern in Bayern doch noch gut gefüllte Körbe bescheren.

Regen in Bayern – darauf haben Schwammerlsammler gewartet. Mancherorts sei durchaus noch eine gute Ernte möglich, sagt Christine Margraf, Artenschutzexpertin beim Bund Naturschutz. Nach wochenlanger Trockenheit und einem heißen Sommer fiel der Start in die Pilzsaison in diesem Herbst in vielen Regionen dürftig aus.

Das Pilzwachstum sei zwar vielerorts stark eingeschränkt, die Pilze selbst seien deshalb aber nicht verschwunden, so Margraf. Ihr unterirdisches Pilzgeflecht, das sogenannte Myzel, könne längere Trockenperioden überstehen. Falle jetzt ausreichend Regen und durchfeuchte die Böden, könnten sich neue Fruchtkörper bilden. Entscheidend sei, dass es nicht nur kurz und heftig regne, sondern die Feuchtigkeit auch in tiefere Bodenschichten gelange.

Regionale Unterschiede

«Je nach Pilzart kann es dann einige Tage bis zwei Wochen dauern, bis sich die ersten Schwammerl zeigen.» Allerdings dürfte es regional erhebliche Unterschiede geben. Dem pflichtet der Vorsitzende der Bayerischen Mykologischen Gesellschaft (BMG), Christoph Hahn, bei: «Manche Wälder sind leer, andere sind für Sammler ergiebig.»

In der Fläche gebe es sehr wenige Pilze, so Hahn. «Manche Wälder sind noch immer quasi leer. Andere Bestände zeigen hingegen ein recht gutes Pilzaufkommen.» Das gelte beispielsweise für den Alpenrand mit Garmisch und Mittenwald, insbesondere an Nordhängen. Dort habe es immer wieder Gewitter und später viel Tau gegeben, zudem seien die Temperaturen nicht so extrem gewesen.

Pilze – mehr als eine Delikatesse

«Wenn es keine Trockenschäden am Pilzgeflecht und den Wurzeln der Bäume gibt, schießen die Pilze sozusagen nach Regen aus dem Boden», erläutert Hahn. Andernorts müssten sich die Pilze regenerieren und bildeten keine oder wenige Fruchtkörper.

Bund-Naturschutz-Expertin Margraf ergänzte, dass Pilze mehr seien als eine Delikatesse für Schwammerlsucher. «Sie übernehmen im Wald unverzichtbare Aufgaben, zersetzen abgestorbenes organisches Material und versorgen Bäume über ihre Pilzgeflechte mit Wasser und Nährstoffen.» Sich häufende Trockenperioden infolge des Klimawandels könnten dieses Zusammenspiel beeinträchtigen.

Quelle: dpa

Das könnte Dich auch interessieren

24.09.2026 Nach Dürresommer weniger Pilze in Bayern Die lange Trockenheit im Freistaat wirkt nach: Schwammerlsucher und Pilzforscher werden in dieser Saison kaum fündig. Sie haben aber noch Hoffnung. 02.10.2026 Urteil: Kampenwandbahn darf neu gebaut werden Die Kampenwand ist ein beliebter Ausflugsort im Chiemgau. Seit Jahren gab es Streit darüber, ob dort eine neue Seilbahn gebaut werden soll. Nun hat der VGH entschieden - mit einer Einschränkung. 11.10.2026 Darf Bayern seine CO2-Emissionen bald verdoppeln? Vor fünf Jahren wollte die Staatsregierung ein Vorreiter sein im Kampf gegen den Klimawandel. Nun läuft die Rolle rückwärts. Die daraus resultierenden Folgen lassen sich in Millionen Tonnen berechnen. 05.10.2026 Quaggamuschel im Chiemsee: Monitoring startet Muschel-Invasion: Die Quaggamuschel breitet sich im Chiemsee aus. Ein Monitoring soll nun klären, wie stark sie das Ökosystem und die Fischbestände beeinflusst.