Die Polizei durchsucht seit dem Morgen Räume der Justizvollzugsanstalt (JVA) Rheinbach sowie Wohnungen in NRW und Rheinland-Pfalz. Hintergrund sind laut Polizei Bonn Ermittlungen gegen mehrere Justizbedienstete wegen Delikten im Amt. Ermittelt werde auch gegen Inhaftierte und ehemalige Inhaftierte. Nach dpa-Informationen geht es unter anderem um Drogenschmuggel ins Gefängnis.
Wie ein Sprecher der Bonner Polizei auf dpa-Anfrage sagte, gibt es Durchsuchungen in dem Gefängnis in Rheinbach sowie in Wohnungen in Köln, Euskirchen, Rheinbach und Siegburg sowie in Rheinland-Pfalz. Nach dpa-Informationen sind dort Wohnungen in den Landkreisen Mayen-Koblenz und Neuwied betroffen.
Konkret sollen Beamte nach dpa-Informationen gegen Geld Handys und Drogen in die JVA geschmuggelt und Insassen übergeben haben. Die verbotenen Gegenstände waren den Gefängnismitarbeitern laut den Ermittlungen draußen von Angehörigen oder Freunden übergeben worden.
Insgesamt sollten am Dienstag neun Durchsuchungsbeschlüsse vollstreckt werden. Sechs in NRW und drei in Rheinland-Pfalz. Dabei suchte die Polizei nach Beweismitteln wie Handys. Festnahmen gab es zunächst offenbar nicht.
Anfang Mai hatte die Polizei bereits Räume der nordrhein-westfälischen JVA Euskirchen durchsucht, wo gegen mehrere Bedienstete und ehemalige Häftlinge ermittelt wird. Die Gefängnismitarbeiter sollen unter anderem regelrechte «Bestechungs-Abos» verkauft haben, bei denen man gegen eine monatliche Bezahlung vor Kontrollen gewarnt worden sein soll.
In der JVA Euskirchen war auch das Innenleben von zwei elektronischen Generalschlüsseln verschwunden, deren Verbleib bislang nicht aufgeklärt werden konnte. Die Einrichtung in Euskirchen ist eine Anstalt des offenen Vollzugs, in Rheinbach dürfen die Häftlinge tagsüber nicht raus.
Quelle: dpa