Kriminalität

Plädoyers im Prozess an Mord an dreifacher Mutter erwartet

11. Juni 2026 , 03:30 Uhr

Eine Mutter tot, ihre Kinder traumatisiert – und plötzlich sitzt auch der Ex-Partner in U-Haft. Ein Prozess mit überraschenden Wendungen geht auf die Zielgerade.

Der spektakulären Prozess um den Mord an einer dreifachen Mutter in Augsburg neigt sich nach vier Monaten und mehreren Wendungen dem Ende entgegen. Wie ein Sprecher des Gerichts ankündigte, sollen heute die Plädoyers gehalten werden. Ein Urteil könnte dann in der kommenden Woche am Dienstag verkündet werden.

Angeklagt ist in dem Prozess ein 30-Jähriger. Er soll im Mai 2025 die damals ebenfalls 30 Jahre alte Frau in deren Wohnung mit vier Kopfschüssen quasi hingerichtet haben. Motiv der Tat soll gewesen sein, dass sich die Frau von dem Ziehvater des Angeklagten wenige Wochen vorher getrennt hatte und die Beziehung keinesfalls fortsetzen wollte. Der Beschuldigte selbst soll keine enge Beziehung zu der Frau gehabt haben. Der Ziehvater des Mannes hatte ihn laut Anklage allerdings wie einen Detektiv auf die Frau angesetzt, um sie auszuspionieren.

Kinder der Frau waren während der Bluttat in der Wohnung

Die Frau hatte drei kleine Kinder. Ein Sohn und eine Tochter waren während der Tat in dem Haus und mussten das schreckliche Geschehen miterleben. Die Tochter fand die blutüberströmte Mutter und alarmierte über eine Verwandte die Polizei. Die Neunjährige musste auch in dem Strafverfahren aussagen.

In dem Prozess hatte der Angeklagte zunächst geschwiegen und dann das Verbrechen knapp bestritten. Im Laufe des Verfahrens sorgte der Vorsitzende Richter Michael Eberle für einen Paukenschlag, als er erklärte, dass es sich um einen Auftragsmord handeln könnte, hinter dem der frühere Partner stecken könnte. Der 43-Jährige war zuvor als Zeuge in dem Verfahren geladen, hatte aber zu verschiedenen Fragen keine Angaben gemacht.

Einige Zeit später ließ die Staatsanwaltschaft den Ex-Freund der getöteten Frau festnehmen. Der Mann sitzt nun wegen Anstiftung zum Mord in Untersuchungshaft. Nach der Festnahme seines Ziehvaters brach der Angeklagte sein wochenlanges Schweigen und sagte, der 43-Jährige habe die Mutter erschossen und er selbst sei gar nicht in dem Haus gewesen.

Quelle: dpa

 

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