«Balikatan»-Manöver

Philippinen und USA starten große gemeinsame Militärübungen

20. April 2026 , 12:33 Uhr

Kriegsspiele im Südchinesischen Meer: Die Philippinen und die USA starten wieder umfangreiche Militärübungen – ganz in der Nähe umstrittener Gebiete. Erstmals beteiligt sich auch Japan aktiv.

Vor dem Hintergrund zunehmender Spannungen im Südchinesischen Meer haben die Philippinen und die USA eines der größten gemeinsamen Militärmanöver ihrer Geschichte gestartet. An den 19-tägigen Übungen «Balikatan» beteiligen sich mehr als 17.000 Soldaten aus sieben Ländern, die zu Land, zu Wasser und in der Luft trainieren. 

Geplant sind bis zum 8. Mai unter anderem scharfe Schießübungen, ein simulierter Angriff auf See sowie koordinierte Luftmanöver. Unter anderem nehmen daran auch Streitkräfte aus Japan, Kanada, Australien, Neuseeland und Frankreich teil. 

Japan nimmt erstmals aktiv teil

Erstmals ist Japan aktiv dabei: In der Vergangenheit war die Beteiligung auf humanitäre Hilfe und Katastrophenschutz beschränkt. Nun sollen japanische Einheiten unter anderem bei einer simulierten maritimen Angriffsübung eine ausgemusterte Schiffseinheit mit Raketen beschießen, wie ein Sprecher des philippinischen Militärs sagte.

Die USA bezeichneten das Manöver als «eindrucksvollen Beweis» für ihr Bündnis mit den Philippinen. Ein US-General erklärte, die Übungen – die bereits seit 1991 stattfinden – dienten dazu, «unter Einsatz modernster Systeme» gemeinsame Fähigkeiten zu stärken und die Einsatzbereitschaft zu erhöhen.

Bedrohung durch China

Die Manöver finden in verschiedenen Provinzen der nördlichen Insel Luzon statt, die teilweise nahe Taiwan und teilweise nahe umstrittener Gebiete im Südchinesischen Meer liegen. China betrachtet das unabhängig regierte Taiwan als Teil der Volksrepublik und droht mit einer Eroberung. Auch kommt es regelmäßig zu Zwischenfällen im Südchinesischen Meer. Peking beansprucht die rohstoffreiche Region größtenteils für sich und widerspricht damit dem Urteil eines Schiedsgerichts in der Sache.

China erklärte, was der Asien-Pazifik-Raum am wenigsten brauche, sei die Einmischung äußerer Kräfte, die Spaltung und Konfrontation verursachten. Militärische Sicherheitskooperationen dürften Frieden und Stabilität in der Region nicht stören oder die Interessen Dritter verletzen, sagte Außenamtssprecher Guo Jiakun. «Wir möchten die betroffenen Staaten daran erinnern, dass sich bei Sicherheitsfragen blind in gegenseitige Verflechtung zu binden, nur dazu führt, sich die Finger zu verbrennen und ins Auge zu gehen», sagte er.

Quelle: dpa

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