Kunstfehler-Prozess

Patient stirbt nach Praxisbehandlung - Zahnarzt angeklagt

20. April 2026 , 10:42 Uhr

Atemstillstand nach Zahnarztbesuch – ein Patient stirbt. Der Arzt kämpft bis heute mit Schuldgefühlen. Nun muss er sich trotzdem vor Gericht verantworten.

Wegen des Todes eines Patienten aufgrund einer Behandlung muss sich ein 44 Jahre alter Zahnarzt vor dem Augsburger Amtsgericht verantworten. Nach Ansicht der Staatsanwaltschaft hatte der Mediziner seinem Patienten vor der Zahnbehandlung eine zu hohe Dosis eines Beruhigungsmittels verabreicht, sodass es zu einem Atemstillstand kam. Ein spezialisierter Anästhesist war nicht an der Behandlung beteiligt. Dem Zahnarzt wird in dem Verfahren fahrlässige Tötung vorgeworfen.

Zu Beginn des Prozesses machte der beschuldigte Mediziner klar, wie sehr ihn der Fall mitnimmt. Nach seinen Ausführungen hatte er ein freundschaftliches Verhältnis zu dem Patienten. Die Folgen belasteten ihn bis heute psychisch. «Das ist das Schlimmste, was passieren kann», sagte er dazu, dass ein Patient aufgrund der Behandlung in der Praxis ums Leben kommt. Der Angeklagte betonte, dass er eine Fortbildung zu Nutzung von Beruhigungsmitteln in der Praxis absolviert habe. Er dürfe solche Medikamente einsetzen.

Patient starb nach Behandlung in Uniklinik

Der Mediziner hatte den Patienten im Jahr 2023 wegen eines medizinischen Notfalls in seiner Praxis behandelt. Nach der Behandlung kam es zu dem Atemstillstand, der Patient wurde zur Notfallversorgung in die Augsburger Universitätsklinik gebracht. Dort starb er am nächsten Tag.

Nach dem Tod des Patienten hatte der Zahnarzt einen Strafbefehl erhalten. Dagegen hatte er aber Einspruch eingelegt, sodass der Fall nun öffentlich verhandelt wird. Der Strafbefehl habe seine Existenz als Zahnarzt gefährdet, sagte der Angeklagte. Ein Urteil in dem Verfahren ist für Ende April geplant.

Quelle: dpa

Das könnte Dich auch interessieren

30.04.2026 Zahnarzt wegen fahrlässiger Tötung zu Geldstrafe verurteilt Ein Zahnarzt behandelt einen Freund, gibt Beruhigungsmittel – und der Patient stirbt. Wie das Gericht das tragische Geschehen bewertet. 30.04.2026 Künftiger AfD-Stadtrat soll Nazi-Parole gerufen haben Ein angehender Stadtrat der AfD soll an einer Tankstelle eine verbotene NS-Parole verwendet haben – ihm droht eine Geldstrafe. Im Gericht bleibt sein Platz leer. 30.04.2026 Angeklagter ficht Urteil zu Missbrauch von Heimkindern an Mutmaßlicher Missbrauch in einem Kinderheim in Unterfranken: Der Verurteilte gesteht Übergriffe auf mindestens vier Jungen, doch mit der Strafe ist er nicht einverstanden. 30.04.2026 Tod durch Borna-Virus im Landkreis Unterallgäu Infektionen mit dem Borna-Virus sind selten, enden aber oft tödlich. Jetzt gibt es in Bayern einen weiteren Fall.