Grenzregion

Ostfrankreich will verstärkt deutsche Investoren werben

22. September 2026 , 01:00 Uhr

Mit einer neuen Anlaufstelle in München will Ostfrankreich gezielt deutsche Unternehmen ansprechen. Besonders in Schlüsseltechnologien wollen die Franzosen deutsche Investoren gewinnen.

Ostfrankreich möchte verstärkt deutsche Investoren gewinnen und eröffnet dazu eine Anlaufstelle für deutsche Unternehmen in München. Mit der bayerischen Landeshauptstadt als Ankerpunkt und einer möglichen späteren Präsenz in weiteren deutschen Städten wolle man direkt auf Unternehmen und Wirtschaftsnetzwerke vor Ort zugehen, teilte die Région Grand Est im elsässischen Straßburg mit. Die 2016 geschaffene Verbundregion umfasst neben den unmittelbar an Deutschland grenzenden Regionen Elsass und Lothringen auch die Region Champagne-Ardenne.

Der sogenannte Ostfrankreich Expansion Desk in München richte sich an Unternehmen, die sich in Frankreich mit Standort im Grand Est niederlassen oder ihre Aktivitäten dort ausbauen möchten. Er biete eine zentrale, deutschsprachige Anlaufstelle sowie eine Begleitung von den ersten Überlegungen bis zur Umsetzung des Projekts. Ziel sei es, den Weg für deutsche Investoren zu vereinfachen und zu beschleunigen und ihnen administrative Hilfe zu bieten, teilte die Region mit. Insbesondere gehe es um die Sektoren Cleantech, Biowissenschaften, Digitalisierung, Künstliche Intelligenz, Cybersicherheit und Deep-Tech.

Bindeglied zwischen Frankreich und Deutschland

«Die Région Grand Est ist das natürliche Bindeglied zwischen Frankreich und Deutschland. Unsere Nähe ist nicht nur geografischer Natur, sondern auch industrieller, wirtschaftlicher und kultureller Art», sagte Regionspräsident Franck Leroy. «In der aktuellen Situation, in der sich Europa befindet, müssen wir diese Nähe in neue Projekte und neue Allianzen umsetzen. Jede deutsche Investition im Grand Est stärkt unsere Regionen, trägt aber auch dazu bei, eine wettbewerbsfähigere, kohlenstoffärmere und souveränere europäische Industrie aufzubauen.» 

Schon jetzt ist Deutschland der wichtigste internationale Wirtschaftspartner der französischen Region. Rund 30 Prozent der im Grand Est realisierten ausländischen Investitionsprojekte stammen aus Deutschland. Mehr als 820 deutsche Unternehmen sind in der Region ansässig. Gründe für deutsche Investitionen in der Grenzregion sind nach Angaben der Deutsch-französischen Industrie- und Handelskammer (AHK) unter anderem die Verfügbarkeit qualifizierter Arbeitskräfte, die gute Infrastruktur und geografische Lage.

Quelle: dpa

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