Champions League

Neuers offene Real-Rechnung und ein «minimaler Maulwurf»

06. April 2026 , 05:55 Uhr

Manuel Neuer kehrt mit einer bitteren Erinnerung nach Madrid zurück. Beim Halbfinal-K.o. 2024 hält er herausragend - und patzt dann entscheidend. Wie läuft's diesmal als Vierzigjähriger?

Natürlich wird jetzt noch einmal an den Maulwurf erinnert. Dieser «minimale Maulwurf in dem Platz», den Manuel Neuer vor zwei Jahren im großen Niederlagen-Frust als kurios anmutende Begründung anführte nach seinem folgenschweren Fehler im Halbfinal-Rückspiel gegen Real Madrid. 

Das späte Tor zum 1:1 leitete an einem dramatischen Fußball-Abend das Münchner Aus letztendlich ein. Die Münchner verloren 1:2 und verpassten den Einzug ins Champions-League-Finale 2024, das sie bereits vor Augen hatten. 

Am Dienstag (21.00 Uhr/Amazon Prime) kehrt Bayern-Kapitän Neuer mit dieser Erinnerung zurück ins Bernabéu-Stadion. Und mit dem Ziel, im Viertelfinale eine offene Rechnung zu begleichen. Ist Neuer diesmal ein 90-Minuten-Rückhalt?

Comeback mit Reflexen und einem Patzer

Pünktlich zu den großen Spielen gegen die Königlichen ist Neuer wieder fit. Beim 3:2 der Bayern in Freiburg kehrte er nach einer Wadenverletzung zurück ins Tor. Es war sein erstes Spiel nach dem 40. Geburtstag, eines mit Licht und Schatten. Beim Gegentor zum 0:2 von Lucas Höler sah Neuer schlecht aus. 

Weil die Bayern das Spiel noch drehten, konnte Sportvorstand Max Eberl im Anschluss die positiven Szenen des Bayern-Seniors hervorheben. Er verwies auf «zwei herausragende Reflexe» von Neuer vor der Aktion, die nach einer Ecke im 0:2 mündete. «Es ist ein Getümmel. Manu kriegt den Ball nicht weit genug geklärt – und dann trudelt er rein», erklärte Eberl und betonte: «Das ist immer sein Spiel gewesen. Das war so mit 20, und das ist mit 40 so.»

Was passiert nun beim Wiedersehen mit Real? Hängt vom Verlauf und vom Ausgang der beiden Viertelfinalpartien womöglich Neuers Entscheidung über die Zukunft ab? Aufhören am Saisonende? Oder noch ein Jahr im Bayern-Tor?

Vor zwei Jahren hatten es die Bayern auch maßgeblich Neuer zu verdanken, dass sie in Madrid nach einem Tor von Alphonso Davies lange auf Finalkurs waren. Bis zur 88. Minute gab es für seine Leistung nur eine Bewertung: Weltklasse. Dann ließ er einen harmlos aussehenden Schuss von Vinícius Júnior abprallen, Real-Joker Joselu staubte ab. In der Nachspielzeit legte Joselu sogar noch nach – und die Bayern waren raus nach dem 2:2 im Hinspiel. 

Neuers Fehleinschätzung beim Schuss von Vini Jr. 

Neuer übernahm die Verantwortung. Er hatte den Schuss von Vini Jr. falsch berechnet. Grund war für ihn ein Platzfehler. «Ich muss sagen, dass ich den Ball anders erwartet habe, eher Richtung Brustkorb. Der ist dann einen Tick höher gegangen. Damit habe ich nicht gerechnet.» Neuer nannte den Moment «brutal». 699 Tage danach hofft er auf ein Happy End im Bernabéu.

Quelle: dpa

 

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