Eigentlich hätte der Landkreis Hof in diesem Jahr gerne die Baugenehmigung bekommen. Daraus wird jetzt erstmal nichts. Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof hat den Bebauungsplan für die geplanten Frankenwaldbrücken in einer Eilentscheidung außer Vollzug gesetzt. Bis das Normenkontrollverfahren durch ist, darf nicht gebaut werden. Für die Grünen der Moment, beim Tourismus-Projekt jetzt endgültig die Reißleine zu ziehen.
Der Grünen-Kreistagsfraktion sind die Frankenwaldbrücken schon länger ein Dorn im Auge, sollen sie doch mitten durch ein Naturschutzgebiet laufen. Außerdem kritisieren sie, wie viele SPD-Kreisräte mittlerweile auch, die enorm gestiegenen Kosten von über 42 Millionen Euro. Damit sind die Frankenwaldbrücken vergangenes Jahr im Schwarzbuch des Steuerzahlerbunds gelandet. Geld, das aus Sicht der Grünen Krankenhäuser oder Schulen zum Beispiel dringender bräuchten. Außerdem zweifeln sie an den prognostizierten Besucherzahlen, zumal die Brücken bei Blitzeis oder Waldbränden jederzeit gesperrt sein könnten. Die Grünen sind stattdessen für sanften Tourismus und schlagen vor, als Alternative den Frankenwald als Biosphärenreservat weiterzuentwickeln.
Bei einem Termin am Nachmittag will der Bund Naturschutz heute genauer über die Auswirkungen der Gerichtsentscheidung auf die Planungen zu den Frankenwaldbrücken informieren.