Wenn ein Kind ins Kinderheim muss, soll es dort Schutz zu finden. Das Kinderheim in Wunsiedel steht nun schon zum zweiten Mal in den Schlagzeilen. Nachdem dort vor drei Jahren ein zehnjähriges Mädchen missbraucht und getötet worden ist, ist nun ein leitender Mitarbeiter schweren Missbrauchsvorwürfen ausgesetzt. Er soll sich an einem neunjährigen Jungen, der früher auch in dem Kinderheim gelebt hat, mehrfach vergangenen haben. Das soll sich nicht im Heim, sondern in der Wohnung des Verdächtigen in Hof abgespielt haben. Auch wenn beide Fälle offenbar nicht zusammenhängen, lösen sie in Wunsiedel Entsetzen aus:
„Unbeschreiblich, dass das bei uns hier auch passiert, eigentlich im kleinen Dorf. Unmenschlich.“
„Ich denke, dass da in der kompletten Einrichtung ein Neustart stattfinden sollte. Einfach schlimm.“
„Für die, die betroffen sind auf jeden Fall, tut es mir leid für das Kind, für die Familie. Wenn das schon der zweite Vorfall ist, dann muss ja irgendwas nicht passen da drin.“
Die Ermittlungen sind ins Rollen gekommen, nachdem die Mutter des Jungen, die in München lebt, im Herbst den Mann angezeigt hat. Bei einer Wohnungsdurchsuchung hat die Kripo Hof mehrere Beweise gefunden. Der Mann sitzt in Untersuchungshaft. Der Träger des Heims hat ihn im Dezember freigestellt.