Diplomatie

Merz äußert sich «desillusioniert» zum Iran-Krieg

27. April 2026 , 19:42 Uhr

Der Kanzler wirft den USA mit immer deutlicheren Worten eine fehlende Strategie im Iran-Krieg vor. «Da wird eine ganze Nation gedemütigt», sagt er. Und zieht Konsequenzen für die deutsche Diplomatie.

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat sich «desillusioniert» vom Vorgehen der USA und Israels gegen den Iran gezeigt. «Ja, ich bin da mittlerweile desillusioniert», sagte er am Rande der Unions-Klausur in Berlin. Die von den USA und Israel anfangs angestrebte Lösung des «Problems» in wenigen Tagen sei nicht erfolgt. 

«Deswegen wollen wir uns ja auch von der europäischen Seite aus diplomatisch mit um eine Lösung bemühen», sagte Merz. «Wir stimmen uns da eng mit der amerikanischen Seite ab, sagen aber auch, dass wir eigene europäische Vorstellungen haben, wie man hier zu einer Lösung des Konfliktes kommen kann.»

Der Kanzler hatte sich bereits am Morgen bei einer Diskussion mit Schülern im Sauerland mit deutlichen Worten zum Iran-Krieg geäußert und den USA fehlende Strategie vorgeworfen. «Da wird eine ganze Nation gedemütigt durch die iranische Staatsführung», sagte er. Die USA könnten den Krieg nicht schnell beenden, «weil die Iraner offensichtlich stärker sind als gedacht und die Amerikaner offensichtlich auch in den Verhandlungen keine wirklich überzeugende Strategie haben», sagte Merz.

Quelle: dpa

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