Großbritannien

London: Forderung nach Einreiseverbot für Kanye West

06. April 2026 , 11:25 Uhr

Skandalrapper Kanye West soll bei einem großen Festival in London auf der Bühne stehen. Die Planung sorgt für scharfe Kritik - der Premierminister äußert sich, Sponsoren ziehen sich zurück.

Nach der Ankündigung von Auftritten des US-Skandalrappers Kanye West bei einem Festival in London wird in Großbritannien ein Einreiseverbot für den Musiker gefordert. Die Regierung könne jeder Person, die kein Staatsbürger ist und deren Anwesenheit dem öffentlichen Wohl nicht zuträglich wäre, die Einreise verbieten, schrieb die Aktivistengruppe Campaign Against Antisemitism auf der Plattform X. Bei West sei das ein «eindeutiger Fall».

Der 48 Jahre alte Rapper, der mittlerweile unter dem Namen Ye firmiert und in der vergangenen Woche in Los Angeles auftrat, war immer wieder mit rassistischen und antisemitischen Kommentare aufgefallen. Er soll im Sommer (10. bis zum 12. Juli) beim Wireless Festival im Finsbury Park an den Abenden als Headliner auftreten. Premierminister Keir Starmer hatte die Planung als «zutiefst besorgniserregend» bezeichnet.

West hatte im vergangenen Jahr ein Lied mit dem Titel «Heil Hitler» veröffentlicht. Anfang 2026 hatte er im «Wall Street Journal» um Entschuldigung gebeten. «Ich bin weder ein Nazi noch ein Antisemit», schrieb der Ex-Ehemann von Kim Kardashian und führte seine früheren Äußerungen auf eine bipolare Störung zurück.

Labour-Abgeordnete: Einreise nicht zulassen

Starmers Parteikollegin Rachael Maskell, die für den Wahlkreis York Central im Parlament sitzt, sagte der BBC: «Wir können nicht zulassen, dass diese Künstler eine Plattform bekommen.» West sollte wegen seiner antisemitischen Äußerungen nicht in das Vereinigte Königreich einreisen dürfen. Starmer hatte gesagt, jeder habe die Verantwortung, «dafür zu sorgen, dass Großbritannien ein Ort ist, an dem sich jüdische Menschen sicher und geschützt fühlen». 

Die Organisatoren des Festivals äußerten sich bislang nicht. Übereinstimmenden Medienberichten zufolge zogen sich bereits zwei Sponsoren, darunter die Getränkemarke Pepsi, zurück.

Quelle: dpa

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