Iran-Krieg

Schah-Sohn Pahlavi wirbt in Berlin für Wandel im Iran

23. April 2026 , 12:15 Uhr

Der Schah-Sohn Pahlavi sieht keine Reformer in der iranischen Führung und wirbt für einen politischen Wandel. Doch in der Opposition stößt er auf Widerstand.

Die europäischen Regierungen sollten nach den Worten des iranischen Oppositionspolitikers und letzten Schah-Sohns, Reza Pahlavi, aufhören, die Führung in Teheran zu beschwichtigen oder mit ihr zu verhandeln. Es dürfe nichts legitimiert werden, das den Staatsapparat an der Macht halte, sagte der 65-Jährige vor der Bundespressekonferenz in Berlin. 

Nach den Worten von Pahlavi geht es um eine klare Veränderung. Die Menschen wollten, dass «die Monster», die Blut an den Händen haben, nicht länger an der Macht blieben. Es gebe in dem «Regime» keine Pragmatiker oder Reformer, sie seien nur «unterschiedliche Gesichter eines Regimes». 

Pahlavi für politische Gespräche in Berlin

Pahlavi ist als Privatperson nach Berlin gekommen, wo er politische Gespräche führt. Er wird keine Regierungsmitglieder treffen. Pahlavi sagte dazu, es sei bedauerlich, dass Regierungsbehörden, die unter Druck stünden, weil sie die Erpressungsversuche der Regimekräfte – etwa durch Geiselnahmen oder andere Bedenken – berücksichtigen müssten, nicht offen seien für einen Dialog mit den Menschen, die die Stimmen des Volkes repräsentierten. «Ich bin nicht hier, um für mich selbst zu werben», so Pahlavi.

Der im US-Exil lebende Schah-Sohn hat sich als Übergangsführer ins Spiel gebracht. Innerhalb der iranischen Opposition bleibt seine Personalie jedoch hochumstritten. Monarchistische Gruppen befürworten den letzten Sohn des Schahs als politischen Anführer der Opposition. Andere Oppositionsflügel lehnen eine Rückkehr zur Monarchie oder eine Führungsfigur aus der ehemaligen Herrscherfamilie strikt ab. Kritiker werfen ihm mangelnde demokratische Legitimation vor.

Wie viel Rückhalt Pahlavi im Land tatsächlich hat, ist unklar. Ein Grund dafür ist, dass die iranischen Behörden seit Beginn der militärischen Auseinandersetzung mit Israel und den USA am 28. Februar eine Internetsperre verhängt haben.

Quelle: dpa

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