Lang-Bräu aus Schönbrunn: Schließung Ende Mai

27. Januar 2025 , 09:20 Uhr

„Läuft“ – mit dem Spruch wirbt die Lang-Bräu aus Schönbrunn im Landkreis Wunsiedel und war bisher sehr präsent durch Werbekampagnen und bei Social Media. Doch damit ist bald Schluss: Nach 170 Jahren stellt die Brauerei Ende Mai ihren Betrieb ein. Das geht aus einer Pressemitteilung hervor.
Einer der Hauptgründe demnach: Die Lang-Bräu hätte ihr Gebäude und die Brautechnik bald erneuern müssen. Doch ein Neubau für 12 Millionen Euro ist derzeit nicht tragbar. Hinzu kommen allgemeine Kostensteigerungen in Logistik, Energie, beim Personal und Betriebsstoffen. Inflation, Energiekrise und ein ruinöser Preiskampf im Handel verschärfen die Situation in der gesamten Brauerei-Branche, heißt es weiter.
Sollte es Interessenten geben, könnten beliebte Marken der Lang-Bräu möglicherweise bestehen bleiben. Das Braustüberl Schönbrunn bleibt von der Schließung unberührt – der Schönbrunner Faschingsumzug wird in diesem Jahr allerdings zum letzten Mal unter Beteiligung der Lang-Bräu stattfinden.

Eure Bierkästen könnt ihr bis zum 31. Mai zurückgeben – bis Oktober Leergut direkt im Brauereigetränkemarkt in Schönbrunn.

Eine erste Reaktion kommt von Wunsiedels Bürgermeister Nicolas Lahovnik. Er spricht von einer traurigen Nachricht, ein wichtiges Stück Tradition geht:

„… zugleich hab ich großen, großen Respekt für Richard und Rudolf Hopf, die in diesem schwierigen und hart umkämpften Markt in den vergangenen Jahren die Marke Lang-Bräu und ihre wirklich tollen Spitzenprodukte trotz schwierigster Bedingungen unheimlich stark platziert haben. Und ich hab vor den beiden Brüdern Richard und Rudolf Hopf auch großen, großen Respekt dafür, dass sie jetzt auch in dieser schwierigen Zeit weitsichtig handeln und für das Unternehmen und auch für die Mitarbeiter eine geordnete Lösung und einen geordneten Übergang schaffen.“

So Lahovnik gegenüber Radio Euroherz. Für die neun betroffenen Mitarbeiter gibt es laut der Mitteilung der Brauerei wohl schon neue Perspektiven.

Der Verein Bierland Oberfranken bedauert die Entscheidung in einem Statement, äußert aber auch Verständnis. Die Familie müsste viel investieren, um die Technik und Gebäude der Brauerei auf den neuesten Stand zu bringen. Der Verein spart auch nicht an Kritik. Die Kosten seien in den vergangenen Jahren gestiegen. Kleine und mittelständische Brauereien könnten im Wettbewerb nicht mehr mithalten. Durch günstige Preise im Großhandel gehen die Absatzzahlen seit Jahren zurück. Der Verein sieht deshalb die Biervielfalt und -kultur in Deutschland in Gefahr. Gleichzeitig hofft er, dass die Mitarbeiter der Lang-Bräu in anderen Betrieben unterkommen.

Das könnte Dich auch interessieren

02.05.2026 Fichtelverkehr im Landkreis Wunsiedel: Geänderte Fahrpläne ab Mai Passend zum schönen Wetter an diesem Wochenende startet der Fichtelverkehr im Landkreis Wunsiedel in die Sommersaison. Ab sofort sind zum Beispiel wieder die Fahrradbusse in der Region unterwegs. Gleichzeitig gelten neue Fahrpläne für den ÖPNV. Weil der Landkreis Wunsiedel sparen muss, wird bei einigen Verkehrsangeboten gekürzt. Das betrifft unter anderem den „fichtelflitzer“, also den Expressbus 30.04.2026 Für ökologische Vielfalt: "Mähfreier Mai" in Plauen Den Rasenmäher werdet ihr in Plauen im Mai seltener hören. Die Stadt macht bei der Aktion „Mähfreier Mai“ mit. Den ganzen Mai über möchte sie einige Grünflächen im Stadtpark, im Kleinfriesener Park, in der Nähe der Röntgenstraße oder an der Pausaer Straße bewusst nicht mähen. Damit will die Stadt Plauen zum Erhalt der ökologischen Vielfalt beitragen, 29.04.2026 Mähfreier Mai: Landkreis Wunsiedel zum dritten Mal dabei Der Bereich rund ums Landratsamt Wunsiedel dürfte kommenden Monat etwas verwildert aussehen. Das liegt daran, dass sich der Landkreis an der Aktion „mähfreier Mai“ beteiligt. Was es damit auf sich hat, erklärt Claudia Büttner, Kreisfachberaterin für Gartenkultur und Landespflege: Wir wollen damit zeigen, dass man Rasen nicht immer unbedingt zu einem englischen Rasen ganz kurz 27.04.2026 Demographie-Spiegel bis 2038: Bad Steben älteste Gemeinde in Oberfranken Verwaiste Orte, Leerstände, Überalterung und Abwanderung. Oder doch Städte, in denen das Leben blüht, Arbeitsplätze vorhanden sind und Wohnungen entstehen? Wohin die Reise geht, das lässt sich dank Vorausberechnungen von Statistikern herausfinden. Bayerns Innenminister Joachim Herrmann hat gemeinsam mit dem Bayerischen Landesamt für Statistik die neuesten Prognosen bis zum Jahr 2044 jetzt vorgestellt. Demnach sinkt