Geheimdienste

Kreml: CIA-Chef Ratcliffe für Geheimdienstkontakte in Moskau

26. August 2026 , 07:18 Uhr

Erst wollte Kremlsprecher Peskow nichts gewusst haben von der Landung einer US-Militärmaschine in Moskau. Nun erklärt er, warum CIA-Chef Ratcliffe in Moskau war.

Der Kreml hat die Reise des Direktors des US-Auslandsgeheimdienstes CIA, John Ratcliffe, nach Moskau bestätigt. Ratcliffe sei zu Kontakten «zwischen den Geheimdiensten» in die russische Hauptstadt gekommen, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow der «Washington Post». Am Morgen sagte der Vertraute von Präsident Wladimir Putin auf Anfrage russischer Nachrichtenagenturen außerdem, dass es kein Treffen des Kremlchefs mit Ratcliffe gegeben habe. Zu den Inhalten von Ratcliffs Gesprächen in Moskau machte Peskow demnach keine Angaben.

Am Vortag hatte der Kremlsprecher nach Landung eines US-Militärflugzeugs in Moskau noch behauptet, ihm sei nichts bekannt dazu. Russische Kommentatoren amüsierten sich über die Äußerungen, weil es Aufnahmen von dem Flugzeug in den sozialen Netzwerken gab. Viele fragten sich, wie eine solche riesige Maschine ohne Wissen der Staatsführung mit dem CIA-Chef an Bord einfach auf dem Flughafen Wnukowo landen könne.

Für Ratcliffe dürfte es der erste Besuch als CIA-Chef in Moskau gewesen sein. Zuletzt hatte 2021 der damalige CIA-Chef William Burns Russland besucht, der sich auch mit Putin traf. Burns sollte damals im Auftrag von US-Präsident Joe Biden eine Eskalation im Ukraine-Konflikt verhindern. Putin begann dann seinen Angriffskrieg gegen die Ukraine am 24. Februar 2022. Auch danach gab es weiter Kontakte zwischen Geheimdiensten und Militär.

Spekulationen zu Ratcliffs Reise nach Moskau

Über den Anlass der jüngsten Gespräche wurde spekuliert. Bekannt ist dazu offiziell nichts. Gemutmaßt wurde vielfach, dass Ratcliffe Russland vor einer weiteren Eskalation im Ukraine-Krieg warnen wollte. Die Ukraine hatte unter Berufung auf Geheimdienstinformationen mitgeteilt, Putin plane eine Mobilmachung nach der Parlamentswahl im September. Kremlsprecher Peskow wies das erst am Dienstag erneut als Falschinformation – als eine «Ente» – zurück, die nur das Ziel habe, die Lage in Russland vor den Wahlen zu destabilisieren.

Der kremlnahe Politologe Sergej Markow äußerte auch noch andere Thesen: etwa zu einem möglichen Zusammenhang mit dem Iran-Krieg. Moskau unterstützt die Führung in Teheran. Möglich sei auch eine Verbindung zu dem Fund von Sprengstoff-Drohnen auf dem Flughafen Halle-Leipzig, meinte er. Die Amerikaner vermuten Russland hinter dem Vorfall. Die Ermittlungen dazu laufen in Deutschland. 

Innenminister Alexander Dobrindt (CSU) hatte auf dem Flughafen von einem hybriden Angriff fremder Mächte gesprochen, ohne auf Moskau zu zeigen. Kanzler Friedrich Merz (CDU) kündigte am Dienstag an, dazu in Kürze Erkenntnisse bekanntzugeben. Die Urheber würden für diese Bedrohung «bezahlen», sagte er.

Am Dienstagabend hob das US-Flugzeug nach Berichten russischer Staatsmedien wieder in Richtung Riga ab. Auffällig war in Moskau, dass es am Dienstag keine ukrainischen Drohnenangriffe gab. Laut US-Medien hatten die Amerikaner Kiew gebeten, die Angriffe zeitweilig einzustellen.

Quelle: dpa

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