Fußball-Bundesliga

Kompany-Plan gegen «Taschenmesser-Prinzip»: Analog zur Faust

23. Januar 2026 , 13:14 Uhr

Die Erfolgsquote des FC Bayern in den zwei Hälften eines Spiels unterscheidet sich in diesem Jahr gravierend. Sind die Münchner verwundbar? Vincent Kompany erklärt seine Theorie.

Das Augsburger «Taschenmesser-Prinzip» konterte Vincent Kompany wie vor gar nicht allzu langer Zeit mit einer «Faust»-Ansage. Damals habe er gesagt, man müsse wie eine Faust dagegenhalten, und jetzt müsse man eben auch «wie ein Taschenmesser sein», erklärte der lächelnde Trainer des FC Bayern. «Was ich damit sagen will, ist: Augsburg wird bestimmt gesehen haben, wie die letzten Spiele verlaufen sind. Da hatten wir immer wieder Schwierigkeiten, das ist normal, das ist Bundesliga, die Partien sind nicht so einfach.»

«Weil der Gegner mit dem Bus kommt»

Vor allem in den ersten Spielhälften lief es nicht nach Plan für die Rekordjäger aus München. Nur einmal führten die Münchner in den vier Partien nach der Winterpause, 3:3 lautet das Torverhältnis in der Summe in Durchgang eins. Unter dem Strich stehen aber dank einer Torausbeute von 15:0 in den zweiten Spielhälften vier Siege. 

«Wenn man das bisschen dreht, könnte man sagen, dass das ein Problem für die anderen Teams ist. Weil sie immer in der zweiten Hälfte schwächer geworden sind», sagte Kompany vor dem Derby am Samstag (15.30 Uhr/Sky). «Es ist ein Derby, weil der Gegner mit dem Bus kommt. Sonst fliegen wir immer so weit.»

Die in dieser Saison enttäuschenden Augsburger verloren in der Vergangenheit regelmäßig gegen den großen Freistaat-Nachbarn, konnten aber immer wieder auch mal Erfolge bejubeln. «Gegen Augsburg sind es für uns traditionell immer schwierige Spiele», erinnerte Kompany vor dem Duell des Spitzenreiters mit dem Tabellen-15.

Im April 2014 beendete der FCA einst die längste Ungeschlagen-Serie des FC Bayern nach 53 Bundesliga-Partien ohne Niederlage mit einem 1:0. Stoppt Augsburg den FC Bayern nun nach 27 ungeschlagenen Liga-Spielen bei dessen zweitlängster Serie?

Augsburg: Geht nicht um Schadensbegrenzung

«Wir brauchen so ein Schweizer Taschenmesser-Prinzip. Je nachdem wer auf dem Platz ist, ist es die Säge oder die Schere oder was es auch immer ist, was wir ausklappen müssen», sagte FCA-Trainer Manuel Baum. Dortmunds Trainer Niko Kovac hatte im Oktober angekündigt, wie eine «Faust» sein zu wollen. «Eine Faust tut mehr weh als eine Schelle», hatte er gesagt. Sein BVB verlor mit 1:2.

Ein Ergebnis, mit dem die Augsburger angesichts der Münchner Torflut von bereits 71 Toren eigentlich gut bedient werden. Weiter bringt es die Schwaben aber nicht. «Es geht nicht darum, dass wir uns Gedanken um Schadensbegrenzung machen», wiegelte auch Baum ab.

Kompany will keinen Pokal verschenken

Sowohl Wolfsburg (1:8), Köln (1:3), Leipzig (1:5) und Saint-Gilloise (0:2) durften zur Pause zumindest immer damit liebäugeln, punkten zu können. «Wenn der Gegner so frisch ist in den ersten 45 Minuten und alles für den Spielplan gibt, ist alles nicht so einfach, dass wir zwei, drei Tore machen», sagte Kompany. «Das ist ein Finale für den Gegner. Gewinnt er gegen uns, ist wie ein Pokal für viele Vereine.» Das wolle man unbedingt verhindern. «Wir machen keinen Unterschied zwischen Augsburg oder Leipzig, wir wollen auf höchstem Niveau leisten, egal, was auf uns zukommt», sagte der Belgier.

Verzichten muss Kompany auf die krank oder verletzt abgemeldeten Abwehrspieler Dayot Upamecano, Konrad Laimer, Josip Stanisic und Sacha Boey. Noch keine Kandidaten für die Startelf sind die lange verletzten Jamal Musiala und Alphonso Davies. Beide dürften aber weitere Minuten sammeln.

Der FCA muss im Vergleich zum 2:2 gegen den SC Freiburg umbauen. Noahkai Banks wird nach seiner fünften Gelben Karte fehlen, für ihn könnte in der Abwehr der Schweizer Cedric Zesiger beginnen. Fraglich ist der Einsatz von Mittelfeldspieler Kristijan Jakic.

Quelle: dpa

 

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