400.000 Dollar Gewinn

Klage: US-Soldat wettete mit Geheim-Wissen auf Maduro-Aktion

24. April 2026 , 01:38 Uhr

Auf Plattformen wie Polymarket kann man darauf wetten, ob ein Ereignis eintritt. Eine lukrative Wette auf den Machtverlust von Nicolás Maduro weckte Insider-Verdacht. Jetzt greift die Regierung durch.

Ein US-Soldat hat laut Vorwürfen von Ermittlern auf einer Vorhersage-Plattform über 400.000 Dollar mit geheimem Wissen über Pläne zur Festnahme des venezolanischen Machthabers Nicolás Maduro verdient. Der 38-Jährige war dem US-Justizministerium zufolge an der amerikanischen Militäraktion Anfang Januar beteiligt.

Der Soldat nutzte demnach seine Informationen auf der Plattform Polymarket, auf der man nach dem Prinzip von Börsenkontrakten Wetten auf das Eintreten bestimmter Ereignisse abschließen kann. Der Soldat setzte der Klageschrift zufolge gut 33.000 Dollar unter anderem darauf, dass Maduro Ende Januar nicht mehr im Amt sein werde und zugleich US-Truppen in Venezuela eingesetzt würden. Das habe ihm knapp 410.000 Dollar eingebracht.

Rätselraten seit Januar

Die verdächtig erfolgreiche Wette hatte gleich im Januar Aufsehen erregt. Mit der Anklage könnte das Rätsel gelöst sein, welcher Insider dahintersteckte. Dem Soldaten wird unter anderem vorgeworfen, Regeln gegen den Einsatz nicht öffentlicher Regierungsinformationen für Geschäfte verletzt zu haben. Ihm droht in der Spitze eine jahrzehntelange Haft.

Der Klageschrift zufolge schleuste der Soldat seinen Gewinn über ein Kryptowährungs-Konto im Ausland – und beantragte bei Polymarket auch die Schließung seines Accounts, um seine Identität zu verschleiern.

Umstrittene Plattformen

Die Vorhersage-Plattformen Polymarket und Kalshi sind in den USA gerade umstritten. Einige Bundesstaaten versuchen, solche Angebote wie Wett-Dienste zu regulieren. Die Handelsaufsicht CFTC beharrt dagegen darauf, dass es sich dabei eher um Börsen handelt, und sieht sich in der Zuständigkeit. Die CFTC (Commodity Futures Trading Commission) zog auch gegen den Soldaten vor Gericht.

Maduro war Anfang Januar von US-Truppen in der Hauptstadt Caracas festgenommen und nach New York ausgeflogen worden. Dort ist er unter anderem wegen des Vorwurfs des «Drogenterrorismus» angeklagt.

Quelle: dpa

Das könnte Dich auch interessieren

23.04.2026 Russell Brand: «Mein sexuelles Verhalten war egoistisch» Der frühere Comedian muss sich demnächst wegen schwerer Vorwürfe vor Gericht antworten. In einem Interview betont er, sich zwar oft falsch verhalten, aber nicht gegen das Gesetz verstoßen zu haben. 23.04.2026 Nato will bei Aufklärung nicht mehr auf US-Flugzeuge setzen Noch vor einem Jahr galt es als sicher, dass der US-Hersteller Boeing neue Awacs-Aufklärungsflugzeuge für die Nato bauen darf. Nun soll der Milliardenauftrag anderswohin gehen. 23.04.2026 Marine-Staatssekretär Phelan verlässt US-Regierung Der für die Marine zuständige Staatssekretär Phelan räumt seinen Posten - mitten in der Seeblockade der Straße von Hormus. Es ist nicht der erste Top-Posten, der im Krieg neu besetzt wird. 21.04.2026 Florida ermittelt gegen OpenAI nach Waffen-Attacke an Uni Ein Angreifer, der zwei Menschen auf einem Uni-Gelände in Florida tötete, ließ sich zuvor laut Ermittlern von ChatGPT beraten. Staatsanwälte fordern nun mehr Informationen von der Entwicklerfirma.