Korea-Konflikt

Kims Schwester: Nordkoreas Atomstatus ist nicht verhandelbar

07. Juni 2026 , 01:26 Uhr

Kim Jong Uns Schwester nennt Nordkoreas Atomstatus eine «unumkehrbare Realität». Ihre Aussage erfolgt nur wenige Stunden vor dem ersten Staatsbesuch des chinesischen Präsidenten seit 2019.

Kim Yo Jong, Schwester von Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un, hat den Status ihres Landes als Atomwaffenmacht für nicht verhandelbar erklärt. Nordkoreas Status als Nuklearwaffenstaat sei eine «unumkehrbare Realität – unabhängig davon, ob andere ihn anerkennen oder nicht», teilte die 38-Jährige über die staatliche Nachrichtenagentur KCNA mit. Feindliche Kräfte sollten ihre «Tagträume von einer Denuklearisierung aufgeben», sagte Kim weiter. Damit erteilte Kim Yo Jong diplomatischen Bemühungen für eine nukleare Abrüstung Nordkoreas eine klare Absage. 

Erst am Freitag hatte ein Sprecher des US-Außenministeriums gegenüber der südkoreanischen Nachrichtenagentur Yonhap gesagt, die Vereinigten Staaten blieben offen für einen Dialog mit Nordkorea «ohne Vorbedingungen» und hielten «weiterhin an dem Ziel einer vollständigen Denuklearisierung Nordkoreas fest».

Besuch von Chinas Staatschef

Kims Aussagen erfolgen kurz vor einem angekündigten Staatsbesuch von Chinas Staatsoberhaupt Xi Jinping. Der chinesische Präsident wird am Montag erstmals seit 2019 wieder Nordkorea besuchen. China ist Nordkoreas einziger formeller Bündnispartner auf Grundlage eines gegenseitigen Beistandsvertrags. Die beiden Staaten kämpften Seite an Seite während des Koreakriegs (1950-53).

Nordkorea unterliegt wegen seines Atom- und Raketenprogramms seit rund zwei Jahrzehnten umfangreichen UN-Sanktionen. Zuletzt hatten China und Russland im UN-Sicherheitsrat weitere Strafmaßnahmen gegen Nordkorea blockiert. Zudem verhinderten sie die Verlängerung des Mandats eines UN-Expertengremiums, das die Umsetzung der Sanktionen überwacht hatte.

Quelle: dpa

Das könnte Dich auch interessieren

08.06.2026 Israel und Iran wollen Angriffe vorerst einstellen Israel und der Iran haben sich erstmals seit Inkrafttreten der Waffenruhe im April wieder unter Feuer genommen. Nun erklären beide Seiten, die Angriffe einzustellen. Die Lage bleibt angespannt. 30.05.2026 Hegseth attackiert Europa – und warnt vor Chinas Hegemonie Scharfe Worte an Europa, Warnungen vor China: US-Verteidigungsminister Hegseth fordert in Singapur mehr militärisches Engagement der Verbündeten – und eine stärkere Abschreckung im Indopazifik. 24.06.2026 Weiter Unklarheit über Atom-Inspektionen im Iran Erst sagt der Chef der UN-Atomwächter, die Überwachung von Atomanlagen sei Teil des US-iranischen Rahmenabkommens. Dann dementiert der Iran wieder. Aber auch zum Geld sind noch Fragen ungeklärt. 22.06.2026 Vermittler: Iran-USA-Gespräche gehen auf Arbeitsebene weiter Es gibt erste Ergebnisse der Gespräche in der Schweiz: Die Kriegsparteien wollen bei der Öffnung der Straße von Hormus und mit Blick auf den Libanon kooperieren. Viele Streitthemen sind noch offen.