Ostseeküste

Buckelwal lebt – Experten sollen Gesundheitszustand prüfen

04. April 2026 , 12:56 Uhr

Umweltminister Backhaus betont: «Wir kümmern uns – bis zur letzten Minute.» Nach Ostern sollen noch einmal Fachleute den Gesundheitszustand des vor der Insel Poel gestrandeten Wals überprüfen.

Der vor Wismar gestrandete Buckelwal hat eine weitere Nacht überstanden und lebt noch. «Der Wal atmet alle vier bis fünf Minuten und gibt auch Laute von sich», sagte Umweltminister Till Backhaus (SPD) am Samstag. Am Morgen hatte bereits ein Ministeriumssprecher erklärt, dass sich der Zustand des Tieres nicht verändert habe. Es habe in der Nacht keine besonderen Vorkommnisse gegeben. Der geschwächte Wal liegt weiterhin vor der Insel Poel im flachen Wasser.

Experten sollen nach Ostern Wal noch einmal begutachten

Backhaus, der sich am Samstag noch einmal ein Bild von der Lage machen wollte, sagte, dass nach den Ostertagen noch einmal Fachleute den Gesundheitszustand des Tieres begutachten sollen. «Das ist für alle weiteren Planungen wichtig.»

Seit Freitag benetzen Einsatzkräfte der Feuerwehr die verletzte Haut des Tieres regelmäßig mit Wasser, um die Schmerzen zu lindern. «Da sich die Windverhältnisse geändert haben, wurde nach eingehender Beratung entschieden, die Sprinkler so zu versetzen, dass die Befeuchtung weiter gegeben ist», sagte Backhaus.

 

Backhaus: «Wir kümmern uns – bis zur letzten Minute.»

Erneut wies er Kritik am Umgang mit dem Wal zurück. «Wir kümmern uns – bis zur letzten Minute.» Die Walwache durch die Polizei und die Mitarbeitenden sei sichergestellt. «Die Situation ist für alle beteiligten physisch und psychisch sehr belastend und das Engagement nicht selbstverständlich.»

Backhaus bedankte sich für alle bereits eingereichte Konzepte zur Rettung oder Bergung des Tieres. «Alle ernstzunehmenden Konzepte werden von uns sorgfältig geprüft, und zwar aus technischer Sicht aber auch im Hinblick auf den Tierschutz.»

Sirenen haben nichts mit dem Wal zu tun

Gleichzeitig wies er zur Vorbeugung von Gerüchten darauf hin, dass die in Rostock heulenden Sirenen nichts mit dem Wal zu tun hätten. Die gehörten vielmehr zum kommunalen Warntag, bei dem in Rostock und Schwerin Sirenen, Warnapps und Stadtinformationstafeln getestet worden seien.

Seit Anfang März hatte sich der Buckelwal viermal festgesetzt. Dreimal war es ihm gelungen, wieder loszuschwimmen. Zunächst war er im Hafen von Wismar gesichtet worden, später am Timmendorfer Strand in Schleswig-Holstein und letztlich war er vor Wismar gestrandet.

Rettungsversuche eingestellt

Am Mittwoch waren jegliche Rettungsversuche des am Dienstag vor Poel gestrandeten Wals eingestellt worden. Nach Angaben der Fachleute und Meeresschützer vor Ort wird das Tier wohl in der Bucht sterben. Wie lange der Wal noch überleben wird, lässt sich nach Einschätzung der Experten nicht vorhersagen.

Quelle: dpa

 

Das könnte Dich auch interessieren

03.04.2026 Morddrohungen gegen Hilfskräfte nach Wal-Einsatz Der geschwächte Buckelwal in der Bucht vor Wismar soll feucht gehalten werden. Wie lange er noch überlebt, ist laut Experten aber unklar. Einige der Hilfskräfte erhalten währenddessen Morddrohungen. 31.03.2026 Rettungsaktion für Ostsee-Buckelwal unterbrochen Wal «Timmy» hat sich erneut festgeschwommen. Experten hoffen, dass das Tier es alleine schafft freizukommen. Doch die Lage bleibt kritisch. 29.03.2026 Streit um Einsatz des Biologen Robert Marc Lehmann Der Biologe Robert Marc Lehmann wirft Verantwortlichen vor, ihn wegen angeblicher «Selbstdarstellung» von der Walrettung ausgeschlossen zu haben. Die weisen die Vorwürfe zurück. 29.03.2026 «Es geht ihm schlecht» - Lage des Buckelwals unverändert Seit Tagen hält das Drama um den Buckelwal in der Ostsee an. Die Menschen in Deutschland fiebern mit - wird er sich erneut befreien können? Die Experten hoffen auf die Dunkelheit.