Nach Jahren des Erfolgs bereitet sich der Münchner Triebwerkshersteller MTU auf mögliche Auswirkungen des Irankriegs vor. «Wir entwickeln Szenarien für den Fall eines länger andauernden Kriegsgeschehens und sind bereit, Maßnahmen zu ergreifen, um gegenzusteuern», sagte Finanzchefin Katja Garcia Vila bei der Präsentation der Geschäftszahlen des ersten Quartals. Anlass sind die Sorgen, dass die zivile Luftfahrt unter dem Krieg leiden könnte. Bislang erwartet MTU jedoch «keine größeren Verwerfungen», wie die Managerin sagte.
Wenn die Kerosinkosten weiterhin hoch bleiben, rechnet Vorstandschef Johannes Bussmann damit, dass die Fluggesellschaften ältere und weniger sparsame Flugzeuge am Boden lassen. MTU sei bei sparsameren Antrieben gut im Geschäft.
Die zivile Luftfahrt ist seit dem Ende der Corona-Pandemie stark gewachsen, in den ersten drei Monaten dieses Jahres war von Auswirkungen des Irankriegs bei MTU noch nichts zu spüren. Der Umsatz stieg im Jahresvergleich um sechs Prozent auf 2,2 Milliarden Euro. Der um Sonderposten bereinigte operative Gewinn wuchs ebenso stark auf 320 Millionen Euro und übertraf damit die durchschnittlichen Erwartungen von Analysten.
Der Vorstand hält an den Jahreszielen fest. Allerdings zehrte der Wertverlust des US-Dollar am Erlös, weil Passagier- und Frachtjets weltweit in Dollar ge- und verkauft werden. Der Nettogewinn des Konzerns ging deswegen um elf Prozent auf 200 Millionen Euro zurück.
Das höchste prozentuale Umsatzplus erzielte MTU im ersten Quartal im Militärgeschäft: Hier stieg der bereinigte Umsatz um ein Viertel auf 142 Millionen Euro. Allerdings ist die militärische Sparte des Unternehmens sehr viel kleiner als die zivile.
Für das Gesamtjahr rechnet die MTU-Spitze weiterhin mit einem Umsatz zwischen 9,2 Milliarden und 9,7 Milliarden Euro. Der bereinigte operative Gewinn soll bei 1,35 bis 1,45 Milliarden Euro liegen und damit mindestens so hoch wie im Vorjahr.
Quelle: dpa