Buchhandel

Hugendubel will weiter auf Innenstadtläden setzen

29. April 2026 , 07:22 Uhr

Verdrängen Digitalisierung und E-Book das klassische Bücherregal? Die Chefin von Hugendubel glaubt das nicht – und sieht einen gegenläufigen Trend.

Die Buchhandelskette Hugendubel will auch in Zeiten von Online-Kauf und E-Book weiter auf klassische Läden in den Innenstädten setzen. «Wir mussten unser Geschäftsmodell anpassen, auf Online-Handel setzen und wir haben den Reader Tolino mitentwickelt. Wir machen damit gute Umsätze. Und trotzdem: Unsere Filialen sind nach wie vor unsere Basis. Ich glaube, es ist ganz, ganz wichtig, dass wir Buchhandlungen in den Innenstädten haben», sagte Nina Hugendubel, die das Unternehmen gemeinsam mit ihrem Bruder Maximilian führt, der «Süddeutschen Zeitung» (Mittwochsausgabe) in München.

«Trend geht ganz klar wieder zu mehr Haptik»

«Buchhandlungen sind sehr wichtige Anziehungspunkte, sie können ein Anker in verödeten Innenstädten sein», sagte sie. Und: «Der Trend geht ganz klar wieder zu mehr Haptik. Man will die Dinge wieder anfassen, man will auch Menschen treffen und nicht nur vor dem Bildschirm sitzen», betonte sie.

«Die Generation zwischen 15 und 30 Jahren liest sehr viel, liest gedruckt und kauft im Laden. Das Buch ist wieder „in“ geworden. Ein Bücherregal zu Hause ist wieder eine Art Statussymbol, das sieht man auch in vielen Videos in den sozialen Netzwerken. Da ist sehr oft ein Bücherregal im Hintergrund.»

Unterstützung für das Familienunternehmen

Hugendubel ist ein Familienunternehmen, hat sich kürzlich aber mit der Familie Herz, zu der auch Tchibo, Beiersdorf oder Libri gehören, einen externen Partner dazu geholt. «Wir kennen uns schon sehr lange. Schon unser Vater Heinrich Hugendubel hatte gute Kontakte zur Familie Herz», sagte Maximilian Hugendubel der «SZ». «Wir haben immer mal wieder locker über eine Verbindung gesprochen. Jetzt erschien uns der Zeitpunkt einfach richtig. Wir haben beide ein gemeinsames Verständnis von Handel, und wir vertrauen uns gegenseitig.»

Quelle: dpa

Das könnte Dich auch interessieren

29.04.2026 Augsburgs OB Weber kritisiert Umgang mit Frauen Als Oberbürgermeisterin von Augsburg wurde Eva Weber abgewählt. Sie geht davon aus, dass das auch mit ihrem Geschlecht zu tun hat: «Das hat System.» 27.04.2026 Umwelthilfe verklagt McDonald's - Vorwurf Greenwashing Die Deutsche Umwelthilfe ist bei Unternehmen wegen ihrer vielen Klagen gefürchtet. Nun trifft es die Burgerkette McDonald's, die ihre Klimaziele zu vage formuliert haben soll. 27.04.2026 Tausende bayerische Azubis starten in die Prüfungsphase Über 30.000 Auszubildende der Industrie- und Handelskammer in Bayern treten ihre Abschlussprüfungen an. Wie es laut dem Handelskammertag um ihre Jobaussichten steht. 23.04.2026 «Sakrileg» - Dan-Brown-Premiere mit Panne Dan Browns Bücher sind Weltbestseller, die Verfilmungen mit Tom Hanks Blockbuster. Auf der Bühne aber tut sich der Stoff schwer - und das liegt nicht nur an einer kleinen Panne.