Ermittlungen laufen

Geöffnete ICE-Tür - noch kein Täter ermittelt

09. September 2026 , 11:32 Uhr

Bei Tempo 200 öffnet sich die Tür eines ICE. Das haben die Ermittlungen zu dem Vorfall bisher ergeben.

Nach der Öffnung einer ICE-Tür bei Tempo 200 in Unterfranken sucht die Bundespolizei weiterhin nach dem Verursacher oder der Verursacherin. «Die Ermittlungen laufen nach wie vor», sagte ein Sprecher der Bundespolizei in Würzburg. Eine verdächtige Person sei bisher nicht ermittelt worden. 

Vor einer Woche hatte sich eine Tür im hinteren Teil des ICE 528 bei voller Fahrt geöffnet. Der Lokführer stoppte den Zug, der am Eingangsportal eines Tunnels bei Karlstadt (Landkreis Main-Spessart) stehen blieb. Die 238 Reisenden und acht DB-Mitarbeiter an Bord wurden nicht verletzt. 

Keine technische Panne

Die Bundespolizei und die Deutsche Bahn schließen eine technische Panne aus. Die Notentriegelung der Tür war laut Bundespolizei beschädigt worden – ob absichtlich oder versehentlich war jedoch unklar. 

Die Bundespolizei hatte die Personalien der gut 120 Passagiere im hinteren Teil noch in der Nacht nach dem Nothalt aufgenommen, um diese zu befragen. Zu dem Stand machte der Sprecher keine Angaben. 

Forderung: Videoüberwachung nur an Türen

Der Fahrgastverband Pro Bahn fordert nach dem Vorfall, dass Überwachungskameras in den Einstiegsbereichen von Fernzügen eingebaut werden müssten. «Genau dieser Bereich, der Einstieg mit Türen und Vorraum, ist die Stelle, an der solche Eingriffe passieren, und dort schafft eine Kamera Klarheit, ohne die Reisenden im Wagen zu filmen», sagte der Bundesvorsitzende Lukas Iffländer der «Neuen Osnabrücker Zeitung». 

Die Aufnahmen sollten ohne Live-Beobachtung nur wenige Tage im Ringspeicher verbleiben und ausschließlich bei konkretem Anlass an Ermittlungsbehörden übergeben werden, heißt es von Pro Bahn weiter. Eine flächendeckende Videoüberwachung des gesamten Zuges lehnt der Fahrgastverband dagegen ab.

Quelle: dpa

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