Das letzte Gemüse ernten, Hecken schneiden oder die Pflanzen reinholen. Wer seinen Garten oder Balkon gut durch den Winter bringen will, hat im Herbst noch einiges zu tun – bevor der Frost kommt. Robert Pfeifer, Leiter der Stadtgartenamts Bayreuth:
Man kann jetzt schon anfangen zum Beispiel das Laub von den Rasenflächen wegzunehmen. Dort soll es über den Winter nicht liegen bleiben. Man kann den Rasen auch nochmal mähen, damit er schön kurz in den Winter geht. Das ist günstig. Aber unter Sträuchern würde ich empfehlen, das Laub eher liegen zu lassen. Das nützt der einheimischen Tierwelt. Da überwintern Insekten und Igel.
Für den Balkon gilt: Die Sommerblumen aus den Balkonkästen rausnehmen. Stattdessen können Herbstpflanzen in die Kästen. Auch Vogelhäuser sind eine gute Idee für diese Jahreszeit.
Mehr Tipps für den Garten:
Gartengeräte schützen: Gartenschläuche, Regentonnen, Wasserleitungen und Gartenpumpen sollten vor dem ersten Frost entleert werden. So lassen sich Schäden durch gefrierendes Wasser vermeiden.
Laub sinnvoll nutzen: Auf dem Rasen sollte Laub regelmäßig entfernt werden, damit keine Fäulnis entsteht. Auf Beeten schützt es dagegen vor Frost. Wenn Laub verrottet, entsteht daraus wertvoller Humus – die beste Gartenerde! Laubhaufen bieten außerdem Igeln, Fröschen und anderen Kleintieren einen Unterschlupf.
Hecken und Sträucher schneiden: Im Herbst können Hecken zurückgeschnitten werden. Das fördert neues Wachstum. Achtung: Um brütende Vögel zu schützen, dürfen Hecken vom 1. März bis 30. September laut Bundesnaturschutzgesetz nicht stark beschnitten werden.
Gemüse und Obst ernten: Ende Oktober sollten die letzten Gemüse- und Obstsorten geerntet werden. Gemüse lässt sich einlagern, einkochen oder trocknen. Grüne Tomaten können bspw. im Haus nachreifen. Fauliges Fallobst sollte entfernt werden, damit sich Schädlinge und Krankheiten nicht ausbreiten.
Empfindliche Pflanzen schützen: Rosen sollten vor dem Frost mit Erde angehäuft werden. Empfindliche Pflanzen lassen sich mit Vlies oder Jute schützen. Kübelpflanzen wie Zitrusgewächse gehören rechtzeitig ins Winterquartier. Ziergräser können zusammengebunden werden, um sie vor Nässe zu schützen.
Blumenzwiebeln pflanzen: Wer im Frühjahr einen blühenden Garten möchte, kann jetzt verschiedene Blumenzwiebeln setzen. Zum Beispiel Tulpen, Narzissen, Krokusse oder Hyazinthen. Auch Knoblauch und Wintersteckzwiebeln können im Herbst gepflanzt werden.
Teich und Gewächshaus vorbereiten: Abgestorbene Pflanzenteile und Laub sollten aus dem Gartenteich entfernt werden. Im Gewächshaus empfiehlt sich eine gründliche Reinigung, um Algen, Pilzsporen und Krankheitserreger zu entfernen oder ihnen vorzubeugen.
Tieren beim Überwintern helfen: Nicht alle Pflanzenreste müssen entfernt werden. Verblühte Stauden liefern Vögeln Nahrung, während hohle Pflanzenstängel Wildbienen und Marienkäfern als Winterquartier dienen. Auch ein ungemähtes Stück Blumenwiese hilft Insekten durch die kalte Jahreszeit.
Und auch für den Balkon:
Pflanzen schützen: Balkonpflanzen auf Schädlinge kontrollieren, abgestorbene Teile entfernen und bei Bedarf zurückschneiden. Frostempfindliche Pflanzen gehören ins Winterquartier. Winterharte Kübelpflanzen, die draußen bleiben, müssen gut verpackt werden, damit der Topfballen nicht durchfriert. Am besten den Topf auf Tonfüßchen oder Styroporplatten stellen und von außen mit Luftpolsterfolie oder einer Kokosmatte umwickeln.
Gartenmöbel verstauen: Möbel und Polster möglichst trocken einlagern oder mit einer wasserdichten Abdeckung schützen. Holzmöbel können vorher geölt werden. Die Abdeckung sollte an schönen Wintertagen gelüftet werden, um Schimmelbildung zu vermeiden.
Sonnenschirme einräumen: Schirme, Sonnensegel und Markisen müssen vor dem Verstauen vollständig trocken sein, damit kein Schimmel entsteht.
Balkonkästen winterlich bepflanzen: Besenheide, kleine Nadelgehölze oder Tannenzweige sorgen auch im Winter für Grün. Alternativ können leere Balkonkästen gereinigt und eingelagert werden.
Vögel unterstützen: Vogelhäuschen bieten im Winter eine zusätzliche Nahrungsquelle für Vögel. Achtung! Nicht überall ist das Aufstellen erlaubt und gern gesehen und so gibt es auch Vorschriften rund um die Winterfütterung. Wichtig ist, dass keine Nachbarn durch Futterreste oder Vogelkot gestört werden.
Geranien überwintern: Wer von seinen Geranien nicht genug bekommt, kann die Stecklinge im Haus überwintern. Einfach die frisch geschnittenen Pflanzenstiele in ein Torf-Sand-Gemisch stecken und mit einer durchsichtigen Folie abdecken. Dann über den Winter an einem kühlen, hellen Ort lagern.