Mit der Aussicht auf einen Job als Masseurin sollen sie Vietnamesinnen illegal nach Deutschland gebracht haben – tatsächlich mussten die Frauen dann in Wohnungsbordellen als Prostituierte anschaffen gehen – unter anderem in Plauen und Reichenbach: Am Landgericht Chemnitz hat der Prozess gegen die Chefin eines kriminellen Netzwerks und ihre Helfer begonnen.
Vor Gericht stehen vier Angeklagte: eine 48-Jährige, die als Kopf des Netzwerks gilt, ihr Bruder und zwei Deutsche. Sie müssen sich wegen gewerbsmäßigen Einschleusens von Ausländern in bis zu 28 Fällen verantworten. Bisher wollten sie sich nicht zu den Vorwürfen äußern. Die Chefin des Netzwerks ist selbst Vietnamesin, trat in Handschellen und schluchzend mit Mappe vor dem Gesicht im Gerichtssaal auf… von Halle aus soll sie mit den drei weiteren Angeklagten ein ganzes Bordellnetz im Osten Deutschlands und in Niedersachsen betrieben und die Entscheidungen getroffen haben. Die Männer waren laut Anklage für den praktischen Teil zuständig. Die Notlage der illegal in Deutschland lebenden Frauen hätten sie ausgenutzt. Dazu gehörte es wohl, sexuelle Sonderwünsche der Freier zu erfüllen und ungeschützten Geschlechtsverkehr mit ihnen zu haben. Aufgefallen waren die Machenschaften der Kripo Chemnitz vor zwei Jahren, heuer im Frühjahr dann die Razzia in fünf Bundesländern im Rotlichtmilieu. Der Prozess soll voraussichtlich bis Anfang Oktober gehen.