Film

Französischer Regisseur Tony Gatlif gestorben

04. September 2026 , 13:14 Uhr

In seinen bewegten und sozialkritischen Filmen schaute er besonders auf das Leben von Sinti und Roma. Nun ist der französische Regisseur Tony Gatlif gestorben.

Der französische Regisseur Tony Gatlif ist tot. Er starb im Alter von 77 Jahren nach Gesundheitsproblemen im südfranzösischen Arles, wie die französische Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf die Familie des Künstlers berichtete. Gatlif hat mehr als 20 Filme produziert und war ebenfalls als Komponist tätig. In seinen Werken beschäftigte er sich hauptsächlich mit Musik, Sozialkritik und der Kultur der Sinti und Roma.

«Gadjo Dilo» macht ihn berühmt

Gatlif wird am 10. September 1948 als Michel Dahamani in Algerien geboren, das damals zu Frankreich gehört. Anfang der 1960er Jahre geht er nach Festland-Frankreich. Französischen Medienberichten zufolge ändert er kurz darauf bei einer Polizeikontrolle seinen Namen, um nicht in seine Heimat zurückgeschickt zu werden.

1975 bringt Gatlif seinen ersten Spielfilm heraus. Der Durchbruch gelingt ihm gut 20 Jahre später mit «Gadjo Dilo – Geliebter Fremder». Der 1997 erschienene Film erzählt von einem jungen Franzosen, der in Rumänien auf der Suche nach einem Lied ist, in einer Roma-Siedlung landet und sich verliebt. Gatlif, selbst Rom, setzte sich nicht nur in seinen Werken mit Kultur, Leben und Geschichte der Sinti und Roma auseinander, sondern engagierte sich auch privat für deren Belange.

Auszeichnungen für Musik und Regie

Neben der Regie komponierte Gatlif auch für seine Filme. Für «Vengo» und «Gadjo Dilo – Geliebter Fremder» erhielt er den französischen Filmpreis César für die beste Filmmusik. In Cannes wurde sein Roadmovie «Exil» 2004 für die beste Regie ausgezeichnet. Frankreichs Kulturminister Catherine Pégard schrieb auf X, Gatlif habe Lust auf sich kreuzende Wege, verschwindende Grenzen und Leben gehabt, die man zu wenig beachte. «Er hat die Musik, die Bewegung, das Exil und die Freiheit mit einer Energie gefilmt, die ihm ganz zu eigen war.»

Quelle: dpa

 

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