Kampf gegen Antisemitismus

Fördermittelaffäre: CDU und SPD zeigen auf Kulturverwaltung

20. Juli 2026 , 16:18 Uhr

Die Koalition benennt Fehler und Verstöße bei der Vergabe von Fördergeld an Projekte gegen Antisemitismus. Wer trägt die Verantwortung dafür?

Der Untersuchungsausschuss des Berliner Abgeordnetenhauses zur sogenannten Fördermittelaffäre hat nach Einschätzung der Koalitionsfraktionen CDU und SPD große Defizite und Rechtsverstöße in der Kulturverwaltung offengelegt. Den Vorwurf der Opposition, wonach namentlich CDU-Abgeordnete in unzulässiger Weise Einfluss auf die Vergabe von Fördermitteln an Projekte gegen Antisemitismus genommen hätten, sehen CDU und SPD indes nicht bestätigt. 

«Wir haben festgestellt, dass es ein rechtswidriges Verwaltungshandeln gab», bilanzierte der Sprecher der CDU-Fraktion in dem Gremium, Stephan Lenz, die nahezu beendete Ausschussarbeit. Bei der Vergabe von Fördermitteln an Projekte gegen Antisemitismus seien Förderentscheidungen getroffen worden, die nicht konform mit der Landeshaushaltsordnung gewesen seien. «Also die Politik wollte Handlungsfähigkeit zeigen, und am Ende ist das misslungen.»

Als politisch Verantwortliche benannten Lenz und sein SPD-Kollege Matthias Kollatz die im April zurückgetretene Kultursenatorin Sarah Wedl-Wilson (parteilos) und ihren Vorgänger Joe Chialo (CDU). Erstere hatte die Fördermittelbescheide kurz nach Amtsübernahme im Mai 2025 unterzeichnet. Die Fördermittel seien von ihrem Vorgänger Chialo bereits zugesagt gewesen, hatte sie im Ausschuss gesagt.

Der Untersuchungsausschuss war auf Antrag von Grünen und Linken im Dezember 2025 eingesetzt worden. Der Abschlussbericht ist noch nicht endgültig fertig und soll voraussichtlich am 27. August im Abgeordnetenhaus diskutiert werden.

Quelle: dpa

Das könnte Dich auch interessieren

08.07.2026 Stillen in der U-Bahn? Mütter wehren sich gegen Tabu Was für viele Mütter Alltag ist, sorgt in der Öffentlichkeit noch immer für irritierte Blicke und bissige Kommentare. Eine bundesweite Aktion will das nicht länger hinnehmen. 26.07.2026 Prominente nach CSD-Attacke: «Wir bleiben laut und sichtbar» Nach der tödlichen Attacke am Rande des Christopher Street Days äußern sich etliche Künstlerinnen und Künstler bestürzt - und kämpferisch. 26.07.2026 «Es trifft unsere Stadt mitten ins Herz» Vielleicht ist Berlin an kaum einem Tag so sehr Berlin: Hunderttausende feiern den Christopher Street Day. Doch dann fährt ein Fahrzeug in eine Menge. Der Schock sitzt tief. Die Fragen sind groß. 26.07.2026 Was wir über den Verdächtigen Abdul B. wissen und was nicht Tagsüber wird beim Christopher Street Day ausgelassen gefeiert, am Abend gibt es bei einem Angriff eine Tote und viele Verletzte. Was bisher über den mutmaßlichen Täter bekannt ist.