Südamerika

Kopf-an-Kopf-Rennen bei Stichwahl in Peru

08. Juni 2026 , 20:24 Uhr

Spannung bei der Auszählung des Wahlergebnisses in Peru: Enger könnte das Rennen zwischen der konservativen Kandidatin Fujimori und dem Linkspolitiker Sánchez kaum ausfallen.

Die Stichwahl um das Präsidentenamt in Peru wird zum Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen der rechtskonservativen Kandidatin Keiko Fujimori und dem Linkspolitiker Roberto Sánchez. Nach der vorläufigen Auszählung von knapp 94 Prozent der Stimmen kam Sánchez auf 50,012 Prozent der Stimmen, wie die Wahlbehörde des südamerikanischen Landes mitteilte. Fujimori erhielt demnach 49,988 Prozent. Gerade einmal gut 4.000 Stimmen trennten die Kontrahenten. Zuvor hatte Fujimori lange mit einem hauchdünnen Vorsprung knapp geführt. 

«Was auch immer das Ergebnis ist, wir werden es anerkennen», sagte die Rechtspolitikerin auf einer Pressekonferenz. «Und wir verlangen, dass unser Mitbewerber das Gleiche tut.» Nach der vollständigen Auszählung hat das Oberste Wahlgericht noch bis Mitte Juli Zeit, offiziell einen Sieger zu verkünden. 

Mehr als 27 Millionen Peruaner waren am Sonntag aufgerufen, ihre Stimme abzugeben. Der Amtsantritt des neuen Präsidenten ist für den 28. Juli vorgesehen. Zur Stichwahl kam es, nachdem im April keiner der 35 Kandidaten die nötige Mehrheit erhalten hatte, um sich im ersten Wahlgang durchzusetzen. 

Dauerhafte Spannungen zwischen Parlament und Regierung

Die politische Lage in dem Land mit rund 35 Millionen Einwohnern ist von einem ständigen Konflikt zwischen Parlament und Regierung geprägt. Der Kongress kann Präsidenten wegen «moralischer Unfähigkeit» des Amtes entheben. In den vergangenen zehn Jahren hatte Peru acht Präsidenten. 

Fujimori (51) ist die Tochter des wegen Menschenrechtsverletzungen verurteilten und bereits verstorbenen Ex-Präsidenten Alberto Fujimori. Die Politikerin der konservativen Partei Fuerza Popular kandidierte zum vierten Mal für das Präsidentenamt. Sie hat angekündigt, hart gegen das organisierte Verbrechen vorzugehen. Außerdem plant sie eine Deregulierung der Wirtschaft.

Sánchez (57) war Außenhandels- und Tourismusminister in der Regierung des inhaftierten Ex-Präsidenten Pedro Castillo (2021-2022). Nach der Stimmabgabe besuchte Sánchez Castillo im Gefängnis. Er betrachtet den Ex-Präsidenten als Opfer eines politischen Manövers. Im Fall eines Wahlsieges beabsichtigt er, Castillo zu begnadigen. Der Kandidat des Bündnisses Juntos por el Perú plädiert zudem für eine stärkere Rolle des Staates in der Wirtschaft.

Quelle: dpa

 

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