Tierischer Wettstreit

Dicker Sieger: Braunbär «Backpack» gewinnt «Fat Bear»-Wahl

30. September 2026 , 04:56 Uhr

Das Lachsfressen hat sich für «Backpack» ausgezahlt. In Alaska wurde der Braunbär zum Gewinner des «Fat Bear»-Wettbewerbs gekrönt. Der kuriose Titel hat auch einen ernsten Hintergrund.

Bei dem kuriosen «Fat Bear»-Wettbewerb in Alaska kommt es auf die Pfunde an – nun steht der Gewinner fest: Der massige Braunbär Nr. 89 mit dem Spitznamen «Backpack» setzte sich bei der Kür zum fettesten Pelztier des Katmai-Nationalparks im Finale gegen Braunbärin Nr. 910 durch. 

Als den «ultimativen Kämpfer und Champion» stellte die Parkverwaltung im nördlichsten US-Bundesstaat am Dienstagabend (Ortszeit) auf der Online-Plattform «Explore.org» den Sieger vor. Ein witziger Videoclip zeigt das wuchtige, 20 Jahre alte Männchen mit einem frisch gefangen Lachs im Maul. In einer weiteren Szene reibt er seinen Rücken genüsslich an einem Baum, dazu wird eine Siegerkrone eingeblendet.

Rekordzahl von Stimmen

Mehr als 103.000 Stimmen heimste der Sieger im Finale ein, für die zweitplatzierte Bärin gab es 98.000 Stimmen. Zum zwölften Mal veranstaltete der Park im Südwesten von Alaska die «Fat Bear Week». 16 schwere Anwärter, zehn Weibchen und sechs männliche Braunbären, waren eine Woche lang um den kuriosen Titel im Rennen. Täglich wurden Kandidaten zur Abstimmung präsentiert. Insgesamt gingen mehr als 2,5 Millionen Stimmen aus über Hundert Ländern ein, ein neuer Rekord. 

Auf dem Rücken der Mutter

Für «Backpack» (auf Deutsch «Rucksack») war es der erste Wettbewerb. Ranger schätzen sein Gewicht auf 450 bis 550 Kilogramm. Als Jungtier sei er beim Schwimmen oft auf den Rücken seiner Mutter Holly geklettert, hieß es zur Erklärung seines Spitznamens. Das üppige Muttertier hatte 2019 den Siegertitel geholt. 

Die achtjährige Bärin 910, die schon im vorigen Jahr bei den Wahlen mitmischte, ist die Tochter von Beadnose, die 2015 und 2018 zum Champion gekürt wurde. Beim Lachsfischen fällt 910 mit einer besonderen Kopfbewegung auf, wenn sie flink die Schnauze in die Luft hebt und den Kopf nach hinten wirft. Diese Marotte brachte ihr den Spitznamen «Dancing Queen» ein. 

Erstmals im Rennen war unter anderem eine über 20 Jahre alte Bärenmutter, die in diesem Sommer drei Jungtiere an ihrer Seite hatte. Eine jüngere Bärin mit dem Spitznamen «Marshmallow» mischte mit, ebenso «Chunk» (auf Deutsch «Klotz»), der massige Sieger von 2025, der aber schon nach einer Runde ausschied. 

Über Webcams beim Fischfang zuschauen

Auf Webcams können Bären-Fans die Tiere beim Lachsfang beobachten. Auf Vorher-Nachher-Fotos ist zu erkennen, wie die nach dem Winterschlaf mageren Bären den Sommer über kräftig anspecken. Sie brauchen diese Fettreserven, um die monatelange Winterruhe ohne Fressen zu überstehen. 

Mit dem kuriosen Wettbewerb will der Katmai-Park über das Ökosystem und den Lebensraum der mehr als 2.000 Braunbären in der Region informieren und auf Gefahren für die Tiere aufmerksam machen, etwa durch den Klimawandel. Das Gebiet hat mit die größten Braunbär- und Lachsbestände der Welt.

Quelle: dpa

 

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