Er gilt wegen seiner provokanten Positionen als „Enfant terrible“ des deutschen Journalismus, spricht unverblümt von anderen als Luschen und einer seiner Bestseller nennt sich „Shitbürgertum“: Der ehemalige WELT-Chefredakteur und Publizist Ulf Porschardt. Er kommt demnächst nach Hof. Der Deutsch-Israelische Freundeskreis Hofer Land hat ihn zur nächsten Gesprächsrunde am 23. September eingeladen. Wie es in der Ankündigung heißt, hat man mit Porschardt bewusst einen Gast mit Ecken und Kanten eingeladen, es soll schließlich nicht nur darum gehen bei den „Hofer Gesprächen“ Positionen zu bestätigen. Sie sollen zum Nachdenken anregen. Gleichsam hat Porschardt eine klare Haltung zu Antisemitismus. Karten gibt es an der Abendkasse in der Hofer Freiheitshalle. Der Eintritt dient dem guten Zweck.
Zur Veranstaltung:
Nach dem erfolgreichen Auftakt der „Hofer Gespräche“ mit dem Publizisten und Psychologen Ahmad Mansour im vergangenen Jahr setzen der Deutsch-Israelische Freundeskreis Hofer Land und Prof. Dr. Reinhard Merkel ihre gemeinsame Veranstaltungsreihe fort. Am Mittwoch, 23. September 2026, ist nun der Journalist und Publizist Ulf Poschardt ab 19 Uhr im Festsaal der Hofer Freiheitshalle zu Gast. Unter dem Titel „Ein Bürgertum, das nicht kämpft, ist kein Bürgertum“ wird er sich mit aktuellen internationalen Entwicklungen, dem politischen und gesellschaftlichen Geschehen in Deutschland sowie den Auswirkungen auf den öffentlichen Diskurs auseinandersetzen.
Im Anschluss an den Vortrag folgt – ganz im Stil der „Hofer Gespräche“ – eine rund 45-minütige Gesprächsrunde. Gesprächspartner sind der renommierte Strafrechtler, Rechtsphilosoph und Mitglied des Deutsch-Israelischen Freundeskreises Prof. Dr. Reinhard Merkel sowie der Landtagsabgeordnete Kristan von Waldenfels. Die Moderation der Veranstaltung übernimmt Rainer Krauß.
Bewusst ein Gast mit Ecken und Kanten
Mit Ulf Poschardt hat der Freundeskreis einen Gast eingeladen, der polarisiert. Als langjähriger Journalist, ehemaliger Chefredakteur und Herausgeber der WELT sowie als Autor gehört Poschardt zu den profiliertesten und zugleich umstrittensten Stimmen der deutschen Medienlandschaft. Er hat sich in den vergangenen Jahren mit mehreren politischen und gesellschaftlichen Sachbüchern einen Namen gemacht. In seinen jüngsten Veröffentlichungen setzt er sich kritisch mit dem Zustand der deutschen Debattenkultur sowie mit Politik, Medien und gesellschaftlichen Milieus auseinander. In Shitbürgertum (2025) beschreibt er aus seiner Perspektive eine Haltung, die von Moralisierung, Konformitätsdruck und einer zunehmenden Einschränkung offener Diskussionen geprägt ist. Mit Bückbürgertum (2026) knüpft er an diese Überlegungen an und kritisiert insbesondere eine verbreitete Bereitschaft, sich politischen oder gesellschaftlichen Mehrheitsmeinungen anzupassen, anstatt Widerspruch zu wagen.
Beide Bücher wurden intensiv diskutiert und stießen sowohl auf Zustimmung als auch auf deutliche Kritik. Befürworter sehen darin einen wichtigen Beitrag zur Debatte über Meinungsfreiheit und gesellschaftliche Entwicklung, während Kritiker den Werken eine zugespitzte Argumentation und pauschale Urteile über bestimmte gesellschaftliche Gruppen vorwerfen. Unabhängig von der Bewertung gehören Poschardts Bücher zu den vielbeachteten Beiträgen der aktuellen politischen Publizistik in Deutschland.
Gerade darin sieht der Deutsch-Israelische Freundeskreis den Wert seiner Einladung:
„Die ‚Hofer Gespräche‘ sollen kein Ort sein, an dem ausschließlich Positionen bestätigt werden, die ohnehin alle teilen. Wir möchten Persönlichkeiten einladen, die zum Nachdenken anregen und mitunter auch schon einmal kontroverse Diskussionen auslösen. Ulf Poschardt gehört zweifellos zu diesen Stimmen. Gerade seine klare Haltung zu Antisemitismus, zur Verteidigung Israels und zur Bedeutung der liberalen Demokratie macht ihn für unsere Veranstaltungsreihe zu einem interessanten Gesprächspartner“, erklärt Dr. Gisela Strunz vom Deutsch-Israelischen Freundeskreis Hofer Land.
Mit den „Hofer Gesprächen“ holt der Freundeskreis Persönlichkeiten nach Hof, die eine besondere Beziehung zu Israel oder zum jüdischen Leben in Deutschland haben und aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchten.
Eintritt für einen guten Zweck
Der Eintritt beträgt 7 Euro. Die Einnahmen dienen der Deckung der Saalmiete sowie der Unterstützung der Arbeit des Deutsch-Israelischen Freundeskreises Hofer Land. Karten sind ausschließlich an der Abendkasse erhältlich.