Grün, stinkig und gut gelaunt

Das ist krötig - Immersive Erlebniswelt rund um die Olchis

02. Oktober 2026 , 05:30 Uhr

Die grünen Olchis sind aus den Kinderzimmern kaum mehr wegzudenken. 1990 hatte sie Erhard Dietl erfunden. Nun kann man auch immersiv in die Olchis-Welt abtauchen - und dabei selbst ganz aktiv sein.

Matschknödel werfen, ein Pupskissen-Bad nehmen, Schlammbad vorbereiten, ins Weltall fliegen: Wer schon immer einmal die Kinderbuch-Welt der Olchis besuchen wollte, hat nun in Hamburg Gelegenheit dazu. Am Wochenende öffnet in Hamburg-Ottensen eine immersive Erlebniswelt des Oetinger-Verlages rund um die kleinen grünen Männchen, die vor allem zum Mitmachen und aktiv sein einlädt.

«Es ist eine Kombination aus Immersion und Haptik. Alles darf und soll angefasst und ausprobiert werden», sagte Oetinger-Verlegerin Julia Bielenberg der Deutschen Presse-Agentur in Hamburg. Der Begriff «immersiv» beschreibt ein Erlebnis, bei dem man mit Hilfe von Medien in eine interaktive Welt eintaucht.

Die Olchis machen alles, was sonst verboten ist

Aber halt: Wer oder was sind denn überhaupt diese Olchis? Zunächst einmal sind sie Figuren der Kinderliteratur, die auf einem Müllberg im fiktiven Schmuddelfing wohnen. Erfunden hat die Olchi-Familie der Schriftsteller Erhard Dietl. Seit 1990 lässt er die drei Olchi-Generationen – Olchi-Oma, Olchi-Opa, Olchi-Mama, Olchi-Papa und Olchi-Kinder – verschiedenste Abenteuer erleben. 

Angefangen hatte das mit Erstlese-Büchern, es folgten Kinderbücher, Bilder- und Pappbücher. Später kamen noch Hörspiele und sogar ein Kinofilm dazu. Der Verlag hat eigenen Angaben zufolge mehr als zehn Millionen Olchi-Produkte verkauft.

Das Besondere an ihnen ist, dass sie all das verkörpern und dürfen, was vor allem Kinder sich oft wünschen oder lustig finden: Sie stinken, sie furzen, sie futtern Müll, sie lieben Schlammbäder, sie meiden frisches Obst, sie räumen nie auf, sie haben einen Drachen als Haustier und sie sind alle ganz wunderbar nett zueinander und stets positiv gestimmt. Für die Hamburger Ausstellung sind übrigens die meisten Designs eng mit Olchi-Erfinder Dietl abgestimmt worden. 

Kann man nun in Hamburg ein Schlammbad mit den Olchis nehmen?

Im übertragenen Sinne schon. Die immersive Ausstellung zeigt natürlich viele bewegliche Projektionen aus dem Olchi-Kosmos an den Wänden und auf dem Boden. Die meisten sind jedoch interaktiv. Sie reagieren auf Kontakt mit Bällen, mit Füßen und auf den Körpereinsatz. So müssen die Besucherinnen und Besucher beispielsweise einen Schlammfluss auf dem Boden mit Bausteinen und ihrem Körper in die Grube umleiten, in der der Drache Feuerstuhl auf sein Schlammbad wartet.

Zwölf Stationen können die Olchi-Fans auf den rund 600 Quadratmetern erkunden und dabei auch in die Olchi-Höhle krabbeln. An den Stinkesocken der Olchis riechen, Frösche einfangen, ordentlich Krach auf der Müllorgel machen. In fast jedem Raum ist Neugierde gefragt. «Es geht darum, sich selbst auszuprobieren und auf die eigene Selbstwirksamkeit zu vertrauen», sagt Bielenberg. Nebenbei könnten die Besucherinnen und Besucher in der Ausstellung aktiv erleben, dass im Team eben doch vieles leichter gehe.

Drachenritt mit Riesenrutsche aus dem Weltall

Eines der Highlights – dann für ein paar Minuten mal ganz ohne Interaktion – ist der Flug auf dem Drachen Feuerstuhl. Dank einer 360-Grad-Projektion können die Fluggäste nicht nur Schmuddelfing von oben sehen, sondern auch ins Weltall düsen und am Ende durch eine riesige Rutsche aus Plastikflaschen und Strohhalmen direkt ins Schlammbad rutschen.

Die Olchis-Erlebniswelt sei die erste immersive Ausstellung, die sich um eine Figur aus der Kinderliteratur drehe, gleichzeitig alle Sinne anspreche und viel Interaktion erwarte, sagte Bielenberg. Und natürlich soll auch das Lesen und (Wieder-)Entdecken von Büchern durch die Ausstellung gefördert werden. «Die Grundlage für die Ausstellung sind selbstverständlich die Bücher.» 

Von Sonntag an ist die Ausstellung gegenüber dem Thalia-Theater direkt an der S-Bahnstation Ottensen für die Öffentlichkeit zugänglich.

Quelle: dpa

 

Das könnte Dich auch interessieren

25.09.2026 Illustrator will seinen Grüffelo nicht auf der Wiesn sehen Axel Scheffler zeigt sich besorgt über KI-generierte Buchcover mit dem Grüffelo. Er fordert von Verlagen klare Maßnahmen gegen den Einsatz künstlicher Intelligenz. 02.10.2026 Coldmirror hat «keine Liebe mehr» für Harry Potter Mit ihren Harry-Potter-Parodien wurde Coldmirror bekannt. Inzwischen hat sich die YouTuberin von der magischen Welt distanziert – wegen der Autorin J. K. Rowling. 02.10.2026 Sarah Kuttner sagt Lesung nach Arztbesuch ab: «Scheiße» Sarah Kuttner hätte am Samstag beim Literaturherbst in Göttingen lesen sollen. Doch die Lesung fällt aus: Nach einem Frauenarztbesuch zur Krebsvorsorge sind wohl weitere Untersuchungen nötig. 02.10.2026 Heiner Lauterbach glaubt an amerikanische Demokratie Amerika war in Deutschland schon mal populärer als derzeit. Dennoch geht Heiner Lauterbach bald mit einem literarisch-musikalischen Programm zu den USA auf Deutschland-Tournee. Warum gerade jetzt?