Eine Razzia in fünf Bundesländern hat im Frühjahr für Aufsehen gesorgt. Die Polizei ist gegen Menschenhandel im Rotlichtmilieu vorgegangen. Ab heute müssen sich die mutmaßliche Chefin des kriminellen Netzwerks und ihre drei Helfer vor dem Landgericht Chemnitz verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen gewerbsmäßiges Einschleusen von Ausländern in bis zu 28 Fällen vor.
Sie sollen Vietnamesinnen mit der Aussicht auf Arbeit als Masseurinnen illegal nach Deutschland gelockt haben. Hier hätten sie die Not der Frauen ausgenutzt und sie in Wohnungsbordellen als Prostituierte angeboten. Zentrum des Netzwerks soll Halle in Sachsen-Anhalt gewesen sein. Solche Bordelle soll es aber auch in anderen Städten gegeben haben, unter anderem in Plauen. Laut Anklage hatten die Frauen keinerlei Mitspracherecht bei der Ausübung der Prostitution. Bei einer Verurteilung sind mehrjährige Gefängnisstrafen von bis zu zehn Jahren möglich.