Oktoberfest

Bewerbungs-Gerangel um Wiesnzelte

28. Januar 2026 , 15:56 Uhr

Ein Wiesn-Zelt ist für den Wirt Einnahmequelle und Aushängeschild zugleich. Ein Wirte-Paar bewirbt sich nun auf angestammte Plätze der Brauereien. Gerät die traditionsreiche Vergabepraxis ins Wanken?

Noch fast ein dreiviertel Jahr ist es hin bis zum nächsten Oktoberfest, doch das Gerangel um die begehrten Plätze auf einem der größten Volksfeste der Welt ist schon im Gange. Die Wirte haben ihre Bewerbungen abgegeben – bei den Zelten ist einmal mehr Bewegung drin. Etwa das Paulanerzelt soll einen neuen Wirt oder eine Wirtin bekommen, nachdem die bisherige Wirtin sich zurückzieht. 

 Wirtepaar bewirbt sich auf Platz von Brauereizelt 

Bisher schlägt bei den sieben großen Brauereieltern – darunter Paulanerzelt und Bräurosl-Zelt – die Brauerei den Wirt vor. Die Stadt prüft seine Eignung; der Wirtschaftsausschuss beschließt dann die Zulassung der Brauerei mit dem vorgeschlagenen Wirt, sofern es keine Einwände gibt. Ähnlich läuft es bei den Schützenzelten. Bei fünf anderen großen Zelten können sich Wirte frei bewerben. 

Nun aber hat sich das Wirte-Ehepaar Alexander Egger und Katrin Wickenhäuser-Egger, das seit Jahren die Münchner Stubn als kleines Wiesnzelt betreibt, direkt auf die Standplätze der beiden Brauerei-Zelte Paulanerzelt und Bräurosl-Zelt beworben. Die «Süddeutsche Zeitung» hatte darüber berichtet.

Könnte es eine neue Vergabepraxis geben? 

Sollte die Stadt dem Wirtepaar Egger Gehör schenken, könnte das die Vergabepraxis grundsätzlich ändern, wie Insider sagen. Denn bisher betreffen Bewerbungen auch nicht bestimmte Plätze, sondern nur die Teilnahme am Oktoberfest; die Stadt legt die Plätze fest. 

Paulaner teilte auf Anfrage mit: «Als Münchner Traditionsbrauerei richten wir uns bei der Vergabe der Wiesnzelte nach den seit Langem etablierten Vorgaben der Stadt München.»

«Völlig normaler Vorgang» 

Der Rechtsanwalt der Familie Egger, Maximilian Schmid von der Kanzlei Schönefelder Ziegler sagt: «Wir haben uns ganz normal beworben. Die Stadt muss über die Bewerbungen entschieden», sagt der Anwalt der von Wirte-Ehepaars Alexander Egger und Katrin Wickenhäuser-Egger. «Es ist ein völlig normaler Vorgang.» Die Familie Egger habe das entsprechende Formular der Stadt ausgefüllt. Nun werde man sehen, wie die Stadt entscheide. Ob man bei einer abschlägigen Entscheidung klagen wolle, darüber habe man ich bisher «keine Gedanken» gemacht.

Ähnlich äußerte sich die Wirtin Katrin Wickenhäuser-Egger selbst. Man habe sich erneut auch mit dem Münchner Stubn-Wiesnzelt beworben, zugleich aber auch eine Bewerbung für das Volkssängerzelt auf der Oidn Wiesn sowie eben für die Plätze der beiden großen Wiesnzelte Bräurosl-Zelt und Paulanerzelt eingereicht. Man könne sich auf verschiedene Zelte oder Plätze bewerben – «und am Schluss schaut man, was herauskommt. Dann nimmt man das, was man bekommt.»

Quelle: dpa

 

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