Neuer Sipri-Bericht

Bericht: Deutschland viertgrößter Waffen-Exporteur

09. März 2026 , 00:01 Uhr

Die Zahl der Waffenimporte nach Europa ist in den vergangenen Jahren kräftig gestiegen. Deutschland hat China als viertgrößten Exporteur überholt. Auslöser ist vor allem der Krieg in der Ukraine.

Vor dem Hintergrund des Kriegs in der Ukraine ist Deutschland zum viertgrößten Rüstungsexporteur aufgestiegen. Damit überholte die Bundesrepublik China, wie aus einem Bericht des Stockholmer Friedensforschungsinstituts Sipri hervorgeht. Fast ein Viertel der deutschen Waffenexporte flossen in die Unterstützung der Ukraine. Weitere 17 Prozent wurden dem Bericht zufolge in andere europäische Länder ausgeführt.

Die globalen Waffenlieferungen stiegen laut den Friedensforschern zwischen den Perioden 2016 bis 2020 und 2021 bis 2025 um 9,2 Prozent. Die europäischen Staaten verdreifachten ihre Waffenimporte in diesem Zeitraum.

Größter Treiber dieser Entwicklung ist weiterhin der Krieg in der Ukraine. Die russische Bedrohung veranlasst die Länder Europas aber auch, ihre eigene Rüstungsfähigkeit zu stärken. Auch die Unsicherheit darüber, inwiefern die USA ihre Nato-Partner im Ernstfall verteidigen würden, hat die Nachfrage nach Waffen unter den europäischen Nato-Staaten dem Bericht zufolge in die Höhe getrieben.

Größter Teil der US-Waffenexporte ging nach Europa

«Obwohl europäische Unternehmen ihre Waffenproduktion hochgefahren haben und die neuen Investitionshilfen der EU für die Rüstungsindustrie der Mitgliedstaaten zu einer Reihe von Aufträgen innerhalb der EU geführt haben, haben die europäischen Staaten auch 2021–25 weiterhin US-Waffen importiert, insbesondere Kampfflugzeuge und Luftabwehrsysteme mit großer Reichweite», sagte Forscherin Katarina Djokic. 

Die USA standen im Zeitraum 2021 bis 2025 für 42 Prozent aller internationalen Waffenlieferungen und exportierten Rüstung in 99 Staaten. «Zum ersten Mal seit zwei Jahrzehnten ging der größte Anteil der US-Waffenexporte nach Europa und nicht in den Nahen und Mittleren Osten», heißt es im Sipri-Bericht.

Quelle: dpa

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