Bayerns Bauern können nach einer aktuellen Umfrage nur bedingt auch bei größeren Krisen ihre Produktion aufrechterhalten. So würden etwa nur 74,2 Prozent der Betriebe mit Kühen über eine Notstromversorgung verfügen, in der Hähnchenmast seien dies dagegen bereits 95,5 Prozent. Dies teilte die Staatskanzlei nach einer Sitzung des Kabinetts in München mit.
Die Umfrage im Auftrag des Agrarministeriums unter Bayerns Bauern sollte aufzeigen, wie es um die Widerstandsfähigkeit der landwirtschaftlichen Betriebe für die Ernährungssicherheit der Bevölkerung bestellt ist. Den Angaben zufolge beteiligten sich mehr als 16.000 landwirtschaftliche Betriebe an der Umfrage zwischen März und Mai 2026. Demnach verfügten rund 89 Prozent der Betriebe über einen Anschluss an das öffentliche Wassernetz, etwa zehn Prozent versorgen sich ausschließlich über eigene Brunnen.
Besonderen Handlungsbedarf gibt es bei der Futtermittelbevorratung: In den erfassten Geflügelbeständen sind lediglich 26,5 Prozent der Tiere durch Vorräte für mehr als 14 Tage abgesichert. Bei den Rinderbeständen liege dieser Anteil bei 86,1 Prozent, hieß es. Die Werte bezögen sich auf die Angaben der befragten Betriebe und seien nicht ohne Weiteres auf sämtliche Tierbestände Bayerns übertragbar. Eine besondere Herausforderung stelle bei der Krisenresilienz zudem die Milchviehhaltung dar, da die erzeugte Milch regelmäßig und zeitnah abgeholt werden müsse.
Gerade bei länger anhaltenden Stromausfällen, Störungen der Wasserversorgung oder unterbrochenen Lieferketten müsse die heimische Landwirtschaft handlungsfähig bleiben, teilte die Staatskanzlei mit. Um die Krisenvorsorge zu verbessern, sollen die Ämter für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten unter anderem individuelle Notfallkonzepte entwickeln.
Quelle: dpa