Konkurrenz für den ICE

Bayern sieht Regionalverkehr in Gefahr

25. September 2026 , 11:59 Uhr

Mehr Wettbewerb im Fernverkehr? Die bayerische Staatsregierung sieht das kritisch, fürchtet sogar Nachteile für Bahn-Pendler - und schaltet jetzt den Bundesrat ein.

Nachteile für Bahn-Pendler, eine schlechtere Anbindung für mittelgroße Städte und Ticket-Probleme? Die bayerische Staatsregierung fürchtet durch mehr Wettbewerb im Fernverkehr viele Nachteile. Mit einer Initiative im Bundesrat will sie gegensteuern.

«Allen ist klar, dass das deutsche Schienennetz in keinem guten Zustand ist. Momentan verträgt es kein weiteres Wachstum beim Fernverkehrsangebot – vor allem dann nicht, wenn nur Filetstrecken bedient werden sollen», sagte Verkehrsminister Christian Bernreiter (CSU) laut Mitteilung. «Die Menschen müssen sich darauf verlassen können, auch jenseits der Großstädte nicht vom überregionalen Bahnverkehr abgehängt zu werden.» Auch mittelgroße Städte müssten weiter vom Fernverkehr angesteuert werden. 

Die Bundesnetzagentur hatte Mitte Juli entschieden, dass die Infrastrukturtochter der bundeseigenen Deutschen Bahn DB InfraGo auf stark belasteten Strecken mindestens ein Viertel der Kapazitäten an Wettbewerber vergeben muss. Inzwischen gibt es juristischen Streit um dieses Thema. Hintergrund ist der geplante Markteintritt des italienischen Eisenbahnunternehmens Italo in den deutschen Fernverkehr.

«Weitgehend öffentliches Eigentum»

«Das Schienennetz ist weitgehend öffentliches Eigentum und muss im Sinne aller bestmöglich genutzt werden», ergänzte Bernreiter. «Fahrgastorientierung» müsse vor «Gewinnmaximierung» gehen.

Wenn auf wichtigen Trassen der Fernverkehr Vorrang habe, drohten Nachteile für Nutzerinnen und Nutzer des Nahverkehrs. Das zeigten die aktuellen Pläne für die Strecke Augsburg-München, erläuterte Bernreiter: Dort sei für die Hauptverkehrszeit eine Halbierung des Nahverkehrs geplant, zugleich sollen dort aber mehr Fernverkehrszüge fahren. 

Wie soll es mit den Tickets klappen?

Und: Es brauche klare Regeln, dass die Fahrgäste keine Nachteile beim Ticketkauf haben. «Aktuell ist es ein großes Plus, dass man flexible Tickets buchen kann und bei Störungen Zugbindungen aufgehoben werden.» Das müsse so bleiben – auch wenn mehr Anbieter auf dem Fernverkehrsmarkt unterwegs seien. Die Initiative wird nun in den Ausschüssen beraten.

Quelle: dpa

 

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