In weniger als einer Woche wird’s ernst: am 1. September beginnt für viele in der Region die Ausbildung. Oberfrankenweit gibt es allerdings aktuell noch über 3.000 unbesetzte Ausbildungsplätze. Das teilt die Industrie- und Handelskammer Oberfranken Bayreuth mit. Das Problem: das Angebot an Stellen ist größer als die Nachfrage. Was bedeutet das für die Unternehmen in der Region? Torsten Schmidt von der IHK sagt dazu:
„Sicherlich gibt es einen Verlust beim Know-how. Auch die betriebliche Leistungsfähigkeit kann stark eingeschränkt werden, zum Beispiel in einem gastronomischen Betrieb. Wenn nicht genügend Fachkräfte vorhanden sind, ist es nicht möglich, die Öffnungszeiten auf sechs Tage ausgedehnt zu lassen.“
Im Zuständigkeitsbereich der IHK sind besonders das Baugewerbe, die Gastronomie und die Logistikbranche betroffen, so Schmidt weiter. Hier sind jeweils mehr als 40 Prozent der angebotenen Stellen noch unbesetzt.
Hinzu kommt: Viele Firmen sehen bei den Bewerbern Defizite, beispielsweise bei Disziplin und Belastbarkeit. Doch wer könnte daran etwas ändern? Dazu wieder Torsten Schmidt von der IHK für Oberfranken Bayreuth:
„Sicherlich vor allem die Eltern, aber auch mit Abstrichen die Schulen. Die Auswirkungen sind, dass eben angebotene Stellen unbesetzt bleiben, Aktuell sieht es auch so aus, dass Betriebe auch Azubis mit diesen Schwächen einstellen, obwohl der Aufwand für die Betriebe dadurch höher ist.“
Teamfähigkeit und IT-Kenntnisse der Azubis sind dagegen meist kein Problem, so Schmidt weiter.