Kriminalität

Anklage gegen Iraner: Terrorplan gegen jüdische Gemeinde?

03. Oktober 2026 , 13:07 Uhr

Zwei Männer sollen im nordenglischen Manchester Anschläge auf die jüdische Gemeinde vorbereitet haben. Die Anti-Terror-Polizei ermittelt. Einer der beiden lebte zuvor länger in Deutschland.

Zwei iranischen Staatsbürgern in Großbritannien wird vorgeworfen, Anschläge auf die jüdische Gemeinde im Raum Manchester geplant zu haben. Unter anderem sollen sie sich Informationen und Komponenten zum Bau von Sprengsätzen besorgt und im Internet potenzielle Angriffsziele recherchiert haben, teilte die Metropolitan Police am Freitagabend mit. 

Die beiden Männer im Alter von 34 und 36 Jahren seien bereits am 20. September in Manchester festgenommen worden, hieß es. Der 34-Jährige lebte vor seiner Ankunft in Großbritannien fünf Jahre lang in Deutschland, wo auch ein Asylantrag gestellt worden sein soll, wie die Nachrichtenagentur PA aus der Anhörung vor Gericht am Samstag berichtete. Mittlerweile leben die beiden Männer im nordenglischen Liverpool und Salford. Mindestens bis zur nächsten Anhörung am 23. Oktober bleiben sie in Untersuchungshaft.

Den Polizeiangaben zufolge standen die Angeklagten in Zusammenhang mit der geplanten Tat mit einem weiteren Mann im Ausland in Kontakt. Die Kontaktperson halte sich möglicherweise im Iran auf, hieß es weiter.

Zusammenhang mit jüdischem Feiertag Jom Kippur

Am Tag ihrer Festnahme begann in diesem Jahr Jom Kippur, der höchste jüdische Feiertag. Die leitende nationale Koordinatorin für Terrorismusbekämpfung, Vicki Evans, sagte, ihr sei bewusst, dass die Nachricht von den mutmaßlichen Anschlagsplänen gerade zu diesem Zeitpunkt «große Besorgnis» ausgelöst habe.

Evans erinnerte zudem an den Angriff auf die Synagoge in Heaton Park in Manchester, der sich am Freitag zum ersten Mal jährte. Die Attacke durch einen mutmaßlich islamistischen Angreifer hatte in Großbritannien für Entsetzen gesorgt und eine Debatte über die wachsende Gefahr antisemitisch motivierter Gewalt ausgelöst.

Polizei: Keine Verbindung zum Vorfall nahe Luftwaffenbasis Fairford

Mit Blick auf den Vorfall nahe der Luftwaffenbasis Fairford sagte Evans: «Diese Woche rückten auch einige der umfassenderen Bedrohungen, die vom Iran auf das Vereinigte Königreich ausgehen, deutlich in den Fokus.» Die Fälle stünden jedoch «in keiner Weise miteinander in Verbindung», betonte sie.

In der Nacht zum Sonntag waren fünf Männer nahe dem von der US-Luftwaffe genutzten britischen Militärstützpunkt RAF Fairford aufgegriffen worden. Sie wurden inzwischen unter strengen Auflagen freigelassen und werden der Vorbereitung einer terroristischen Tat verdächtigt. Ermittelt wird auch wegen des Verdachts auf Verstöße gegen das Sprengstoffgesetz. Premierminister Andy Burnham sprach am Mittwoch von einer möglichen Verbindung zum Iran.

Quelle: dpa

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