FW-Landesparteitag

Aiwanger: Medien interessiert Wal mehr als Vergewaltigungen

09. Mai 2026 , 12:26 Uhr

Wochenlang hielt das Drama um den gestrandeten Wal in der Ostsee die Menschen in Atem. Für Freie-Wähler-Chef Aiwanger ein Beleg für eine kranke Gesellschaft. Er zieht einen heftigen Vergleich.

Freie Wähler-Chef Hubert Aiwanger hat die Berichterstattung und den Umgang mit dem mehrfach gestrandeten Wal heftig kritisiert. «Wenn ein Wal Timmy mehr Medienaufmerksamkeit in Deutschland auslöst als eine Gruppenvergewaltigung – ich weiß, das ist jetzt ein ganz harter Satz – aber auch dann wissen wir, woran wir sind in dieser Gesellschaft», sagte der stellvertretende bayerische Ministerpräsident in seiner Grundsatzrede auf dem Parteitag im oberbayerischen Bad Aibling.

Der Fall des bemitleidenswerten Tieres zeige, «welche Luxusprobleme wir uns noch leisten können». Auch er wolle Wale schützen, «aber alles zu seiner Zeit, alles in seiner Balance».

Aus der Sicht Aiwangers müssten Fehlentwicklungen in der Gesellschaft, «und ich habe gerade eine angedeutet, genauso» benannt werden. «Und hier sind wir wieder bei der freien Rede und bei der freien Denke.»

Kritik an SPD-Chefin Bärbel Bas

Sichtbare Probleme dürften nicht ignoriert werden, etwa «wenn wir eine verfehlte Zuwanderungspolitik über Jahre schöngeredet haben, wenn eine Arbeitsministerin (Bärbel) Bas (SPD) sagt, es gibt keine Zuwanderung in die Sozialsysteme», betonte Aiwanger. Dieser Satz sei genauso «deplatziert wie ihr Satz vor einiger Zeit, wo sie sagte, dass sie jetzt wisse, wen man bekämpfen müsse, und zwar die Unternehmer».

In den vergangenen Wochen hatte das Schicksal des mehrmals vor der Ostseeküste gestrandeten Buckelwals für großes Aufsehen gesorgt. Das geschwächte Tier wurde schließlich von einer privaten Initiative in die Nordsee transportiert. Seitdem ist unklar, was aus dem Meeressäuger geworden ist und ob er überhaupt noch lebt. Wissenschaftler hatten die Aktion sehr kritisch gesehen, das Umweltministerium in Schwerin duldete sie nach anfänglichem Zögern.

Quelle: dpa

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