2. Fußball-Bundesliga

Abstieg ganz nah: Fürther Fan-Wut nach Überzahl-Pleite

10. Mai 2026 , 16:30 Uhr

Eine Stunde spielt Fürth bei Hertha BSC in Überzahl - und verliert doch 1:2. Jetzt droht der Sturz in die 3. Liga. Am letzten Spieltag muss definitiv gegen Düsseldorf gewonnen werden.

War’s das schon? Die SpVgg Greuther Fürth braucht schon ein kleines Fußball-Wunder, um nach fast 30 Jahren dem direkten Sturz in die Drittklassigkeit zu entgehen. Die Fürther Fußball-Profis konnten am vorletzten Zweitliga-Spieltag rund 60 Minuten in Überzahl nicht nutzen und verloren in Berlin gegen Hertha BSC und Ex-Trainer Stefan Leitl mit 1:2 (0:0). 

Und dafür mussten sie sich nach dem Schlusspfiff beim Gang in die Kurve zu den mitgereisten Anhängern Beschimpfungen und Buhrufe anhören. Das Team wirkte platt, von 27 Abschlüssen landete nur ein Kopfball von Torjäger Noel Futkeu zum 1:2 im Hertha-Tor (88. Minute). Körperlich wirkte die Mannschaft von Trainer Heiko Vogel beim vergeblichen Anrennen in der Endphase platt. 

Ex-Coach Leitl hofft auf Fürther Happy End

Für Futkeu war die Niederlage leicht erklärt: «Weil wir unsere großen Chancen, die wir hatten, nicht genutzt haben. Die letzte Präzision hat gefehlt.» Er zeigte Verständnis für die überkochenden Emotionen: «Alle sind enttäuscht, die Fans, wir selbst. Die haben uns gerade ihren Unmut spüren lassen.» 

Fürth geht mit 34 Punkten als Vorletzter in das Saisonfinale am kommenden Sonntag im Ronhof gegen Abstiegskonkurrent Düsseldorf (37). Hinzu kommt die schlechtere Tordifferenz. Arminia Bielefeld auf dem Relegationsplatz 16 hat 36 Zähler, auch Eintracht Braunschweig (37) zittert noch. 

«Fakt ist: Wir müssen jetzt gewinnen. Das ist jetzt eine sehr große Aufgabe für uns», sagte Futkeu. Hertha-Coach Leitl, der die Fürther einst in die Bundesliga führte, drückt die Daumen. «Ich hoffe, dass sie in der Liga bleiben.»

Nach Rot: Freistoß klatscht an die Latte

In Berlin spielten die Gäste nach dem Platzverweis für Josip Brekalo eine Stunde lang Elf gegen Zehn. Trotzdem brachte der erst 16-jährige Kennet Eichhorn (55.) die Hausherren in Führung und krönte sich zum jüngsten Zweitliga-Schützen der Geschichte. Michael Cuisance (82.) legte nach. 

«Es ist sehr, sehr bitter. Es ist Unvermögen in beide Richtungen», sagte Fürths Coach Vogel zu verpassten Toren und kassierten Gegentoren. Die Fürther betrieben Chancen-Wucher. Felix Klaus hatte zudem Pech, dass sein Freistoß direkt nach dem Platzverweis für die Berliner an die Latte knallte. «Das tut enorm weh. Das Problem ist, dass wir das Tor zu spät machen», sagte Kapitän Branimir Hrgota. 

Die Franken spielen seit 1997 durchgehend in der 2. Liga oder der Bundesliga. «Es ist alles gegen uns gelaufen. Es geht jetzt um alles im letzten Spiel», sagte Hrgota, der Fürth am Saisonende nach sieben Jahren verlassen wird. Als Absteiger? «Ich habe den Glauben bis zum Ende», sagte der 33-Jährige

Quelle: dpa

 

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